Oberholz 2

Heute bin ich an der Zehdenicker Str. 1 vorbeigekommen. Koulla und Ansgar haben sich kurz Zeit genommen mir die neuen Räume des Sankt Oberholz zu zeigen. Sehr anstrengend ein ganzes Haus neu zu bespielen!

NEIN: der Laden am Rosenthaler bleibt, hier handelt es sich um eine weitere Location mit Co-Working, Büros und einem Cafe. Neuer Wind also in Mitte!IMAG1054

Ab die Tage wird eröffnet. Ich freue mich drauf. Hier einige Bilder:

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Hintergrund: Meine re:publica 2015

Mit einigen Wochen Abstand möchte ich hier kurz meine Tätigkeiten auf der re:publica 2015 darstellen. Als Geschäftsführer einer solch großen Konferenz, hat mensch natürlich sehr viele Aufgaben im Hintergrund. Budgetfragen, „Wird alles fertig?!“, Gespräche, Unvorhergesehenes usw.. Darum solle es hier nicht gehen. Ich möchte vielmehr eine Übersicht liefern über meine diversen Repräsentationsaufgaben und Bühnenauftritt. Mensch wird schnell merken: für eine ganz persönliche re:publica fehlte häufig die Zeit.

Die re:publica startet immer schon etwas zwei Tage vor dem offiziellen Beginn. Dann nämlich, wenn das Team und wir GründerInnen die HelferInnen auf dem Gelände begrüßen. Das ist immer ein besonderer Moment, denn er erinnert mich immer an die erste re:publica 2007, denn die Anzahl der HelferInnen ist heute so groß wie die TeilnemerInnenzahl bei unserer ersten Veranstaltung!
HelferInnen Briefing

Kurz vorher hatte mit das Team von Tennis Borussia noch zufällig einen tollen Service geliefert, denn zum ersten Mal wurde ein TeBe-Spiel aus der Berlinliga live gestreamt. Da ich ja logischerweise das STATION-Gelände während des Aufbaus nicht verlassen konnte war dieser Service natürlich toll (Und das Spiel 2:0 gewonnen).TeBe-Livestream

Am Montag, 04. Mai, ging es dann mit Tag 0 auf der re:publica 2015 los! Um 16.00 Uhr öffneten sich die Tore für die pre:publica und ich durfte die ersten BesucherInnen persönlich begrüßen!

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Und schon 30 Minuten später stand das Opening des gut besuchten IBM Design-Thinking-Workshops an. Eine interessante Neuerung, einen Partnerworkshop auf dem pre:publica Gelände durchzuführen die wir sicher in der Zukunft weiter verfolgen werden.

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Leider habe ich das Treffen für die re:publica Neulinge verpasst…

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… weil ich an einer kleinen Diskussion der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung Gespräch „klassisches Marketing versus neue Kundenmacht“ –  „Word of Mouth im kritischen Dialog“ im Microsoft Showroom teilgenommen habe.

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Auf dem pre:publica Gelände war aber schon gut was los!

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Am Dienstag, den 05.05., fieberten wir natürlich alle dem Opening auf der Hauptbühne entgegen. Die Ruhe vor dem Sturm!

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Ein unbeschreiblicher Moment der jedes Jahr auf’s neue spannend und Nerven aufreibend ist. Aber wie so oft: Es ist sehr gut gelaufen!

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Und kaum waren wir von den Bühne runter: Opening FashionTech.

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Am frühen Nachmittag stand dann eine Moderation im Rahmen der Media Convention Berlin an: Musik, Visionen und Politik – Dieter Gorny und Tim Renner im Gespräch

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Kurz darauf startete die re:ception, eine Meet Up für unsere Partner und Sponsoren. Im Rahmen dieses Treffens haben wir den aktuellen Partnern unsere Planungen für 2016 vorgestellt und haben Feedback eingeholt. Ein tolles Treffen mit vielen zufriedenen Gästen! Von da ging es für mich dann gleich zum UNICORNS IN TECH Get-Together.

Der Mittwoch startet dann mit der zweiten re:ception, dieses Mal für potentielle Partner, Agenturen und die Wirtschaftsförderung. Auch bei diesem Meeting wurde klar: die re:publica 2016, die 10. Ausgabe, wird für einige Überraschungen gut sein! Im Anschluss durfte ich dann Staatssekretär Stefan Müller begrüßen, der zuvor die Subkonferenz des Wissenschaftsjahres eröffnet hatte.

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Am Nachmittag stand dann ein Q&A mit den GründerInnen der re:publica an.

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Und dann die Eröffnung des Meetings BMC Backstage @ re:publica.IMAG0688 IMAG0686

Zeitgleich wurde dann auch noch der Film meiner 4531km.eu Tour zum ersten Mal öffentlich gezeigt: The New Berlin: How the 4531km Bus Tour Unearthed Europe’s Real Centre and its New ‘It’ Cities

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Zwischendurch war dann noch die Verabschliedung der Media Convention die am zweiten re:publica Tag endete.

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Puh. Was für ein zweiter Tag!

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Am letzten re:publica Tag war ich in der Botschaft von Luxemburg zum Essen eingeladen.IMAG0701

Danach durfte ich über 40 VertreterInnen von Botschaften diverser Länder auf der embassy reception at re:publica 2015 begrüßen.

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Am Nachmittag stand dann noch „And the winner is … Social Media Hackathon von IBM und re:publica“ auf dem Programm, wo ich Preise verleihen durfte.

Und schwupp: Schon startete der Closing EventIMAG0710

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Dann war nur noch Party! Wir sehen uns 2016!

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Die Lage an der 4531km Strecke

Ein knapper Monat ist vergangen seit dem wir von unserer 4531km.eu Bustour zurückgekommen sind. Die letzten Abschlussinterviews werden veröffentlicht. Wir hatten etwas Zeit um das erlebte zu verarbeiten und die letzten Abschlussarbeiten für das Projekt zu machen.

Doch die Tour ging weiter. Zumindest in den Ländern und an den Orten an denen wir gewesen sind. Stichwort Prag: Heute (17.11.14) traf Bundespräsident Gauck ein nicht für ihn vorgesehenes Ei im Gesicht. Zielscheibe war wohl eher der Staatspräsident von Tschechien – Milos Zeman. Gegen Zeman wurde in Prag demonstriert und das, laut SPIEGEL ONLINE, u.a. wegen seiner kruden Ausfälle:

„So bezeichnete der Staatschef kürzlich in einem Radiointerview die Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot, die Präsident Wladimir Putin scharf kritisiert hatten, als Huren. Auch irritierte er zuletzt viele Tschechen mit seinem pro-russischen Kurs.“

Da ist auf jeden Fall gut was los. Denn die Proteste scheinen erst zu starten.
Die spannende historische Verknüpfung mit unserer Tour war hier, dass wir genau am gleichen Tag – jedoch 25 Jahre später – an der Botschaft (damals Westdeutschland) waren.
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Mehr dazu in unserer 4531km Dokumentation im Frühjahr 2015.

Die vielleicht politischste Station unserer Reise war aber vielleicht Budapest. Dort gibt es seit längerer Zeit einen großen Streit über die Neubewertung der Geschichte Ungarns. Dieser dreht sich um den Aufbau eines Besatzungsdenkmals für die Opfer der Nazis ab 1944. Das Problem: Ungarn war ein enger Verbündeter der Faschisten aus Deutschland. Historiker und Opferverbände sind entsetzt da nun ungarische Täter und ungarische Opfer der Faschisten auf eine Stufe gestellt werden. Schwieriges Thema.
Ob die (kaum vorhandenen) Proteste gegen das Denkmal auch ein Funke waren für die Demonstrationen die direkt nach unserer Tour in Ungarn starteten kann ich nicht bewerten. Die zeitliche Nähe drängt sich zumindest auf!
Ministerpräsident Viktor Orban stellte nämlich Ende Oktober 2014 einen umstrittenen Gesetzentwurf vor, der den Internetverkehr besteuern sollte. Ein klarer Angriff auf die Meinungsfreiheit! Daraufhin regte sich so starker zivilgesellschaftlicher Aufruhr, dass dieses Vorhaben zumindest zeitweise auf Eis liegt. Die Proteste gegen Orban und seine als „korrupt und undemokratisch“ bezeichnete Politik gehen weiter – Ausgang ungewiss.

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Budapest Occupy Movement office #4531km

Da ist es ein Lichtblick, wenn wir nach Rumänien schauen. Denn dort hat der Außenseiter Klaus Johannis die Präsidentschaftswahlen gewonnen.

Viele unserer 4531km.eu GesprächspartnerInnen hatten bei unserem Besuch wenig Hoffnung, dass Johannis gewinnt. Viele unterstützten auch alternative KandidatInnen der ersten Wahlrunde zum Präsidentenamt – doch in der Stichwahl wohl auch den späteren Gewinner.

So ist also aus Rumänien heraus ein Zeichen gesetzt worden in Richtung Europa, gegen Korruption und für mehr Pluralität und Meinungsfreiheit. Vielleicht werden wir uns an diese positiven Tage des Aufbruchs in Südosteuropa nochmal erinnern, denn es wäre so wichtig ähnliche Erfolge in anderen Ländern zu erleben.

In Bulgarien bleibt die Lage trotz neuer Regierung instabile und bitter. Das Land steckt zwischen EU-Außengrenze und Hoffnungslosigkeit fest.

Die Antwort auf alle diese Entwicklungen ist erschreckend einfach. Wir, insbesondere in Deutschland, müssen unseren Blick viel stärker auf die Länder in Südosteuropa richten und mit den Kreativen und Aktiven in Kontakt kommen. Die EU-Institutionen und Stiftungen der westlichen Länder ersetzen keinen direkten Austausch zwischen Europas BürgerInnen und den Aufbau einer authentischen Zivilgesellschaft. Vielleicht kommt aus der Region der entscheidende Impuls für die europäische Integration. Wir müssten uns nur dafür interessieren.

Viel zu wenige attraktive Magazine informieren in Deutsch über die Länder in Osteuropa. http://ostpol.de/ kann ich unterstützen.

Save the date: Di. 16.09.14 Inselstadt Gartenfeld _ Startup City für Unternehmens- und Familiengründer

Am kommenden Dienstag nehme ich an einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Inselstadt Gartenfeld teil.

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Von der Elektropolis zur Digitopolis
Berlin entwickelt sich heute zum wichtigsten Internet-Standort Europas.
Standortvorteile sind niedrige Gewerbemieten und die günstige „Work-Life-
Balance“ von Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit. Diese Berliner Mi-
schung bieten die Gründerzeit-Stadtteile mit Geschossbauten und Hinter-
höfen, einstigen Fabriken und Brauereien. Mit dem Aufschwung Berlins und
wachsendem Zuzug geraten diese innerstädtischen Quartiere unter Aufwer-
tungsdruck, der die Spielräume der Kreativwirtschaft einengt. Er lenkt den
Blick auf noch unentdeckte Zukunftsorte an der Peripherie der Berliner In-
nenstadt wie das ehemalige Kabelwerk Gartenfeld in Spandau. Die Modemesse
Bread & Butter gastierte 2003-2007 in den historischen Hallen und öffnete
den Blick für neue Nutzungsperspektiven. Jetzt soll als städtebauliches
Pilotprojekt ein modernes Stadtquartier in Berliner Mischung entstehen,
die „Inselstadt Gartenfeld _ Startup City für Unternehmens- und Familien-
gründer“.

11 – 12.30 Uhr

Ortsbesichtigung

Busrundfahrt mit Besichtigung und Vorstellung:

– 5geschossiges „Startup Labor“ für Digital- und Kreativwirtschaft

– Hallen für Industrie, Handwerk und Technologie

– Industriedenkmäler: historisches Heizwerk, Kabelhalle mit Kreuzgang
und „Kabelkathedrale“

– Blick von Krangondel über Werksgelände, Tegeler See und Forst

12.30 – 13 Uhr

Präsentation

Pläne und Modell der Inselstadt Gartenfeld

Martin Menrad, Geschäftsführer PROPOS GmbH

13 Uhr

Diskussion

Frage- und Diskussionsrunde mit:

Carsten Röding, Baustadtrat Spandau

Andreas Gebhard, Multi-Preneur und Gründer, Veranstalter „re:publica“

Martin Menrad, Geschäftsführer PROPOS GmbH

Jens Schönwetter, IFM Inselstadt Facility Management GmbH

Moderation: Andreas Krüger, belius GmbH

Florian Mausbach, Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und
Raumordnung 1995-2009

Die Teilnahme ist kostenlos.
Um Anmeldung wird gebeten: Stichwort: Gartenfeld an
info@architekturpreis-berlin.de.

4531 Kilometer durch Europa – Eine Workation Bustour von Berlin nach Thessaloniki

Nach vielen Monaten der Vorbereitung geht das Projekt 4531km.eu endlich richtig los! Am 29. September 2014 startet die erste Nightliner Bustour von Berliner Kreativen durch 8 Länder und 8 Städte.
Zusammen mit Claudia Brückner habe ich dieses Konzept am Anfang des Jahres entwickelt und wir können es nun mit der Hilfe des Medien Innovationszentrums Babelsberg (MIZ) realisieren UND ihr könnt alle dabei sein!!!

Auf der Webseite werden wir nicht nur ausgiebig Bloggen, sondern wir haben auch ein WordPress-Plugin entwickelt, welches euch in nahezu Echtzeit anzeigt wo wir sind und alle Social Media Aktivitäten von den TourteilnehmerInnen sammelt und darstellt. Los geht’s mit unserer Abschiedsparty am Abend des 28. September (Sonntag).

Besonders glücklich sind wir mit der Gruppe von MitfahrerInnen. Die Idee war einfach: wir sammeln uns bekannte, aber bislang nicht so dolle befreundete Leute mit spannenden Hintergründen in der Kreativszene und fragen sie, ob sie nicht an dieser Bustour teilnehmen wollen. Auf der Tour haben wir einfach mal Zeit miteinander als nur mal so auf nen Kaffee oder ein Bier. Wir erhoffen uns daraus neue Projektideen und spannende Diskussion. Herausgekommen ist diese Spitzengruppe!

All Gespräche mit Projekten, Unternehmen und Kreativen vor Ort sollen auch eine Sammlung von Ansichten zu Europa sein. Wir sind neugierig auf die Städte, die Menschen und Aktivitäten. Die Tour ist also ein einzigartiges Labor für EntdeckerInnen und Entdeckungen! Haltet Euch also auf dem laufenden auf unserer Webseite, auf Facebook oder Twitter. Am 29. geht’s los und wir sind alle schon ganz aufgeregt….

Plötzlich finden es alle gut – Berlin Festival nicht mehr in Tempelhof

Lustig. Seit heute ist es öffentlich: das Berlin Festival ist auf dem Gelände des Flughafen Tempelhof Geschichte. Nun, als Besucher einiger der Produktionen und als Mitveranstalter einer der Berlin Music Week zugeordneten Veranstaltung vor einigen Jahren muss ich schon sagen: hä? Nun sind sich alle einig: der Standort war falsch. Dabei liegen die wirklichen Probleme dieses für Berlin augenscheinlich so wichtigen Festivals doch wo ganz anders.
Aber fangen wir mit den aktuellen Zitaten an: Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei beschäftigt sich in seinem Zitat in der Morgenpost mit dem Setup eines Festivals insgesamt:

„Für eine besondere Festivalatmosphäre muss man im Schlafzelt übernachten können, und die Lautstärke darf keine Rolle spielen“

Oder

„Es gibt bessere Plätze für Konzerte als ein nacktes Rollfeld“

, sagt Björn Döring, Chef der Berlin Music Week. Und

„er sei glücklich“

. Alle sind also glücklich, inklusive der Veranstalter selber und

„in der Bewertung sind sich nun – auf einmal – alle einig, hat sich [Der Flughafen] als Musikstandort nicht bewährt.“

Leider verdeckt diese Lesart völlig den Blick auf die wahren Gründe dieses Scheiterns: Das Festival in der durchgeführten Form war zu kommerziell, zu langweilig vom Line-Up, zu teuer, eher seelenlos und vor allem: kein Aushängeschild für Berlin! Wer nun versucht den Standort Tempelhof als Musikort zu dikreditieren befindet sich in guter Gesellschaft, denn das hatten wir schon Mal 2010.
Es steht doch eher zu vermuten, dass das Gebäude Investorenready gemacht werden soll.
Schade eigentlich, denn den Versuch ein wirkliches Festival der Berliner Sub- und Musikkultur auf dem Gelände zu veranstalten hat keiner versucht.

Vom Patchwork zum Mosaik – Eine subjektive Analyse der urbanen Entwicklungsmöglichkeiten Detroits

So dezentrale und unübersichtlich wie die Strukturen des „Newdetroit“ sind auch die Perspektiven auf die Stadt und ihre Entwicklungspotenziale. Hier steht exemplarisch das Silo-denken des 20. Jahrhunderts mit Fordismus und Automobilität gegen das Patchwork der Crowd- und Communityökonomie des 21. Jahrhunderts.
Die Highways, die riesigen und rissigen Straßen, verknüpfen zwar die neuen Orte der Kreativszene, sie vermögen es aber nicht diese wirklich miteinander zu verbinden. Die Distanz bleibt trotz des ähnlichen Grooves der Projekte eines der größten Probleme. Dies ist in der Stadtstruktur begründet, die außer einem stark eingeschränkten Bussystem und dem „Peoplemover“ keinen Nahverkehr kennt. Matthias Heumeier beschreibt diese in seiner Arbeit „Urbane Transformation: Formen der Raumartikulation in Detroit“ als Wirklichkeitsmanipulator Auto:

„Die Stadt ist in einer kognitiven Schleife gefangen, in der sie aus der motorisierten Wahrnehmungseinstellung des Autofahrers zu einem Nicht-Ort (vgl. Augè 1994), einem Ort des Transits und der Durchreise verkommt. Konsummöglichkeiten gibt es häufig nur entlang der Straße, wer sich willkürlich von den Verkehrsachsen entfernt, begibt sich auf unsicheres Terrain. Die Fahrgeschwindigkeit erzeugt eine Art Schutzschild (Feldnotizbuch: 61), Orte an denen die Geschwindigkeit reduziert wird, an denen Pendler ihre Transportkapseln verlassen und einen Fuß in die Stadt setzen (Tankstellen, Ampeln, usw.), werden zu Orten von Skepsis und Angst.
Wer nicht auf der Suche nach etwas Bestimmten ist oder den Kick als Identifikationsangebot benötigt („I’m so bad, I party in Detroit“, vgl. Herron 2004), hat wenig Gründe sich in der Stadt aufzuhalten. Highways, deren Erbauung überdies vibrierende Wohnviertel zum Opfer fielen, steigern diese Eigenschaft, indem sie die Reisezeit weiter verkürzen und die Wahrnehmung von Zeit und Raum verzerren. Sie rücken die Peripherie noch dichter an das Zentrum und sind, obwohl sie die Stadt unmittelbar durchdringen, am wenigsten Teil von ihr. Bei 70 mph schirmen die Fahrzeuge ihre Insassen mit maximaler Isolationskraft von der Außenwelt ab.
Die fehlende Bewegung abseits der Hauptstraßen und Highways degradiert weite Teile der Stadt zu einem Transitraum, aus der Wahrnehmung Detroits aus dem heraus Auto entsteht der Eindruck einer entleerten Stadt.
Das Auto ist in dieser Hinsicht auf doppelte Weise an der Transformation von Stadt beteiligt: Einmal auf der performativen Ebene, insofern als dass es Verkehr und Bewegung auf bestimmte Teile der Stadt konzentriert, andererseits aber auch als Wahrnehmungsmanipulator, dessen Benutzung zu einem kognitiv verzerrten Stadtbild führt.“

Downtown Detroit mit seinen Wolkenkratzern bildet nur ca. 4% der Gesamtfläche der Stadt. Detroit erscheint also als nicht begehbare Stadt. Wer nicht mit dem Auto fahren kann, ist auf das löchrige und immer weiter gekürzte Bussystem angewiesen. Und die Hipster fahren mit dem Rad. Der Peoplemover ist ein schlechter ÖPNV-Witz, denn er fährt zwar, zum einen aber im Kreis und dies nur wenige Meilen und zum anderen, weil er gerade an der einzigen Stelle – in Downtown, an der Laufen und miteinander in Kontakt kommen möglich ist – die Menschen hiervon abhält. Eine wirkliche und nachhaltige Verbesserung der Nahverkehrsstrukturen wird es nur geben, wenn die lange geplanten Straßenbahnlinien endlich gebaut werden und darüber hinaus noch viele Bahnlinien mehr.
Die Probleme werden jedeR DetroitbesucherIn spätestens am Flughafen bewusst. Es gibt keine Zugverbindung zur Innenstadt. Mit dem Bus dauert es mit Umsteigen mehr als 2 Stunden in die Innenstadt (22 Meilen!). So muss man mit dem Taxi oder Shuttle fahren. Günstigste Variante $50,-.
Hintergrund meiner Reise nach Detroit war die Einladung von Dimitri Hegemann an einer Veranstaltung im MOCAD teilzunehmen. Der Hintergrund der Story beginnt mit dieser einfachen Gleichung: Berlin hatte in den Anfang 90iger Jahren viel Kaputtes und Freiraum. Gleiches gilt heute (und schon so lange) für Detroit. In diesen Tagen des ausgehenden 20. Jahrhunderts war es dann eine bestimmte Sorte Musik, die in Berlin für sehr viel Aufmerksamkeit und noch mehr Partyspaß gesorgt hat: Techno. Speziell auch aus Detroit. Heute nun, mehr als 20 Jahre später, hat sich die Kultur- und Kreativwirtschaft in Berlin prächtig entwickelt. Und Detroit? Dort sind die Strukturen für Kreativität zwar besser geworden. Aber irgendwie macht sich bei einem Besuch doch das Gefühl von Stillstand breit, der überwunden werden kann. Hier setzte nun die Delegationsreise an, an der neben mir noch ca. 10 weitere Personen teilgenommen haben. „Detroit-Berlin Connection – Conference for Subcultural Exchange and Urban Development“ war der etwas großspurige Titel für einen halbtägige Veranstaltung mit Kurzpräsentationen und einer sehr spannenden Podiumsdiskussion. Eine gute Zusammenfassung dieser Veranstaltung hat Walter Wasacz, einer unserer Ansprechpartner vor Ort verfasst.

Wir BerlinerInnen waren uns alle einige, dass es eine gefühlte Achse Berlin Detroit gibt, die aus dieser langen musikalischen Verbundenheit herrührt. Das führte zu einigen ergreifenden Momenten bei der Paneldiskussion, in der man diese Verbundenheit fast körperlich spüren konnte. Allen war klar: wir wollen etwas zurückgeben für die tollen Entwicklungsmöglichkeiten, die Berlin durch die Musik aus Detroit bekommen hat. In den nächsten Monaten wollen wir und auch ich daran arbeiten, wie dies funktionieren kann. Ein Interview, das ich der Berliner Zeitung gegeben habe, weist schon in eine Richtung: Darin fordere ich u.a. eine Diskussion über eine Städtepartnerschaft Detroit Berlin.
Wie jede Delegationsreise tauchen auch bei dieser Fragen auf. Einige Fragen sich: „Wer hat das bezahlt?“ (wir selber!) andere: „Was sind die Resultate?“. Letzteres ist schon nicht mehr so eindeutig zu beantworten, denn in nur einer Woche und mit dem eher exklusiven Zugang zu Personen und Orten ist eine objektive Übersicht erst einmal schwierig. Natürlich die Besuche an der Packard Fabrik („Architekt war wiederum Albert Kahn. Dieses Gebäude Nr. 10 gilt als weltweit erste Fabrik in Eisenbeton-Bauweise. Kahn revolutionierte damit die Konstruktion von Fabriken und Produktionsbetrieben.[30]“), die seit den 60er Jahren stillgelegt ist; beim Heidelberg Project oder im hippen neuen Restaurant Craft Work waren beeindruckend. Ob im Tech Shop, im viel zitierten Ponyride, der Detroitrevitalisierungslegende Phil Cooley, beim Movement Festival, bei der Tech Week, der Feier, die ich zu meinem Geburtstag aufgesucht habe, bei der Carl Craig (Carl Craig returns to Motor City Wine for an intimate performance) @Motorcitywine aufgelegt hat oder beim Brunch mit Jeff Mills, Mike Banks und vielen anderen – Eindrücke und spezielle Perspektiven allenthalben. Natürlich umrahmt von der allgegenwärtigen zerstörten Struktur der Stadt, wie man sie aus unzähligen Dokumentationen kennt oder aus dem Jim Jarmusch Film: „Only Lovers Left Alive“.

Was bleibt? Erstmal die große Herzlichkeit, mit der wir aufgenommen worden sind. Das verstörende Gefühl nicht zu wissen wo man anfangen soll die verschiedenen Perspektiven auf diese Stadt aufzuzählen. Der Umfang einer zeitgemäßen Erzählung über das heutige Detroit geht auf jeden Fall weit über die umfangreichen, aber oft oberflächlichen, Betrachtungen in den Medien hinaus. Es schient, als gäbe es dutzende Zugänge zu dieser Stadt. Für einen Einstieg kann man sicher den Artikel von Tina Kaiser nutzen „Nach der Pleite erobern Hipster Detroit für sich“ oder Bilder von Josef Cramer doch bleiben diese an der Oberfläche.

Was fehlt ist die integrierte Story, die positive Erzählung des amerikanischen „Comeback Kid“ Detroit, die im besten Sinne alle Perspektiven beinhaltet. Die allgegenwärtigen Segregation, die mich zu der Vermutung geführt hat, dass die schwarze Bürgerrechtsbewegung der 60er und 70er Jahre an Detroit vorbeigegangen sein muss, die Leere und Größe des Raums und damit alle Mobilitäts- und städtebaulichen Aspekte. Aber auch die Rolle von Staat und Kirche in der Stadt: „28 Jahre Haft für den Ex-Bürgermeister von Detroit“ müssen berücksichtigt werden. Die hohe Kriminalitätsrate, die seit den 60er Jahren einsam die US-Mordrangliste anführt, aber innere Ursachen zu haben scheint in dem fordistischen-amerikanischen Traum. Oder gibt es vielleicht diesen Zusammenhang: Wenn sich alle in ihrem Auto verbarrikadieren, dann sinkt die Hemmschwelle für gewaltsame Reaktion auf Nichtigkeiten rapide?
Die Kultur der Improvisation in der Stadt, der aktuelle Boom der Start-Up-Kultur oder die vielen Grassroot-Projekte, die über die Stadt verteilt sind, prägen weitere Perspektiven. Und natürlich die Musik, ob Jazz, Motown oder Detroit Techno – sie kommen viel zu wenige vor in der Narration Detroit.
Erst wenn die Patches des Flickenteppichs in der Stadt zu einem zusammenhängenden Mosaik werden und mehr Menschen von Außen die Stadt erleben und lieben lernen, können substanzielle Fortschritte erzielt werden. Es ist ein langer Weg auf den wir uns gemacht haben, aber um die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen, braucht man einen langen Atem. Happy Locals fallen nicht vom Himmel, aber ein Direktflug von Berlin nach Detroit wäre schon mal ein Anfang: Herr Mehdorn übernehmen sie (sic!).

Mitgedacht bei: „Die Sache mit Silicon Valley und Europa“

Werde mal dem Aufruf von Nico Lumma folgen und einige Punkte ergänzen:

Man kann es für einen tollen Schachzug der SXSW halten, zum ersten Mal genau auf den Termin der CeBIT zu gehen, bzw es für eine besonders unvorsichtige Aktion der CeBIT halten diesen Termin zu nutzen (dabei ist es unerheblich wer zuerst geplant / verkündet hat) – fest steht, so schlecht stand der Hannoverevent noch nie da (was Nico sagt). Wahrscheinlich ist die Terminwahl eh nur Zufall. Mir erscheint der Vergleich der beiden nicht Millionenmetropolen (Hannover +- 500k, Austin +-800k) und ihrer Leitevents nur in geringem Maße aussagekräftig, denn in Austin ging es immer um Kulturindustrie (Film, Musik, Interactiv) und in Hannover ging es immer um Mittelstand und Industrie IT.

Beide “Welten”, die deutsche Start-Up-Kultur und das Silicon Valley, miteinander zu vergleichen ist mittlerweile eine der langweiligsten Dinge über die man sprechen kann. Nicos Ansatz, auf die EU zu schauen und hier nach Ressourcen zu suchen, um Internet-Hightechunternehmen zu entwickeln halte ich für aussichtsreicher. Dabei fehlt mir aber ein wirklich entscheidender Ansatz: es geht eigentlich immer nur um die schnell skalierenden Businessmodelle und nicht um die gesamte Infrastruktur drumherum. Es geht nicht um die Anhäufung von genug schöpferischen Potenzial oder die Anziehungskraft von Metropolen (wenn man hier Austin und Hannover vergleicht…). Berlin hat in Deutschland vielleicht einen riesigen Anteil an VC-Invests. Gegenüber Investitionen im Valley kann das nur ein marginaler Bruchteil sein (Wer das mal ausrechnen oder verlinken mag…). Der Punkt ist doch ein anderer:

Elisabeth Oberndorfer, deutschsprachige Techjournalistin im Valley fasst das gut zusammen in ihrem Artikel ‘Was ich in einem Jahr in San Francisco gelernt habe’: Europäer blicken in Schockstarre in den Westen und warten darauf, dass Silicon Valley ein Geschäftsmodell entdeckt, das Erfolg garantiert (“Looking at you, Medienbranche”). Das gibt es jedoch in keiner Industrie. Monetarisierung spielt in Tech-Unternehmen erst in einer späteren Phase eine Rolle. Und ist es soweit, funktionieren unterschiedliche Modelle für unterschiedliche Unternehmen. Kombinieren, variieren, experimentieren und bei Misserfolg noch einmal von vorne anfangen, ist wohl die einzige Methode, die man hier als Erfolgsmodell bezeichnen kann.“

Das ist für mich der zentrale Punkt (Frag mal Soundcloud, fast ein Wunder, dass es sie noch gibt), es geht in Deutschland sofort um die Verwertbarkeit im Rahmen der Start-Up-Finanzierung und nicht um die Idee und ihre Potenziale. Deshalb hängen in Deutschland auch immer die gleichen Leute auf den relevanten Events und klopfen sich gegenseitig auf die Schulter. Große Unternehmen geben Brosamen für eine Menge Anteile an einer Idee die ihnen auf dem Silbertablett in regelmäßigen Abständen gepitcht wird.

Wenn wir unsere Internetwirtschaft also wirklich auf globales Niveau bringen wollen, bringt es nix, einem Zug der schon ewig abgefahren ist nachzulaufen. Wir brauchen ein Sofortprogramm mit öffentlichen und privaten Mitteln finanziert, aus dem Risikobereitschaft und Innovation finanziert werden kann. Die EU macht da ja erste Schritte in der Vereinfachung der Förderung. Viel wichtiger ist aber, dass unsere GründerInnen nicht nur dem Start-Up-Paradigma folgen und an jeder Ecke der coole VC finanzierten Unternehmern gehuldigt wird. Hier werden Rollenmodelle entwickelt, die eine verlorene Generation nachsichziehen können (und nebenbei einen Braindrain bei anderen lokalen Firmen auslösen).

Europa, Deutschland, Berlin oder Hamburg – alle setzen auf ein Paradigma und händigen ihre Ideen über kurz oder lang internationalen Investorengruppen aus (Frag mal bei der Noah nach, wo die dreistelligen Millionenbeträge der VC-Fonds herkommen).

Solange öffentliche Mittel in der Forschungsbürokratie, bei Standortinitiativen oder in selbstgestrickten VC-Instrumenten untergehen werden wir keinen GründerInnenfrühling bekommen sondern weiter im Dunklen sitzen. Aber wie schon Rio Reiser sang: “Wenn die Nacht am tiefsten …

Und ja, es braucht noch viele weitere Ergänzungen …

Idea Sheet – Wie sammeln, teilen und dokumentieren wir unsere Ideen?

Schon immer plage ich mich mit der Frage: wie kann ich Ideen, die ich habe oder gemeinsam mit anderen entwickele – einfach, übersichtlich und realistisch – aufschreiben und dokumentieren?

Man kennt das, wieder eine tolle Idee für ein Projekt, ein Problem was man erkennt und reparieren könnte oder eine Funktion, die jeder doch auch benötigt. Runterschreiben, skizzieren, eine Mindmap oder gleich einen Businessplan aufstellen – nur so bringt man die Idee zum leben. Aber dann tauchen viele Fragen auf: Wem soll ich davon erzählen? Mit welcher Innovationshöhe [sic!] und in welchem Umfang?!

EINE, Lösung für diese Fragen kann gleich beim Skizzieren der Idee gefunden werden: das Idea Sheet. Zusammen mit Claudia Brückner habe ich diesen Leitfaden in den letzten Wochen entwickelt.

Auf zwei Seiten kann eine Idee formuliert und kategorisiert werden. Mit dem Ergebnis könnt Ihr auf einer übersichtlichen Basis weitere Schritte kalkulieren und ermöglicht eine gewisse Vergleichbarkeit eurer Ideen.

Wir sind an Eurem Feedback interessiert!

Das Idea Sheet ist unter der CC BY-SA 4.0 erschienen. Ihr könnt es also teilen, verwenden und ändern. IDEA SHEET_beta Version_29Jan2014

Trauernd, aber voller schöner Erinnerungen, nehmen wir Abschied von einem lieben Menschen.

 

Jeder, der ihn kannte, möge ihn in guter Erinnerung behalten.

Johannes Gebhard

15. Mai 1947 –  14. Oktober 2013

Helga, Julia, Andreas, Michael sowie Familie und Freunde.

Urnenbeisetzung am  31. Oktober 2013 um 10:00 Uhr, Friedhof Stolberg, Bergstraße.

Auf Wunsch des Verstorbenen bitten wir anstelle Zugedachter Blumen und Kränzen um eine Spende an den Förderverein „Menschenskind“ e. V., 52222 Stolberg, Sendenkonto 180 1539 bei der Sparkasse Aachen (BLZ 390 500 00) Kennwort: Johannes Gebhard