day 3: Portland, 23:50

Der erste Tag der Konferenz Balancing Extremes – Tensions in Design, 19. / 20. Juni 2012, begann um 08.30 Uhr @ Portland Center Stage. Themenschwerpunkt des ersten Tages war, neben dem Kernthema „Spannung“ ‚Innovate//Iterate > Revolution//Evolution‘. Die durch das Design Management Institute (DMI) organisierte Veranstaltungbrachte um die 180 Designerinnen, Designer und Expertinnen und Experten aus angrenzenden Disziplinen zusammen.

Nach der Eröffnung durch die Veranstalter startete eine Gruppe von Deskey Mitarbeitern mit der Mission, das Thema „Tensions in Design“ zu umschreiben. Dabei wurde deutlich, dass es das Ziel der Veranstalter war die Auseinandersetzungen um die Themenauswahl für die Veranstaltung selber zum Thema zu machen. So wurde Spannung zum Inhalt der Veranstaltung.

Dabei provozierte Deskey im laufe des Tages immer wieder mit kurzen Interventionen und steilen Thesen, wie z. B. „If your company is older than twitter you’re done“. Kern der Annäherung an das Thema war immer die zentrale Rolle der Spannung für Design und Designer herauszustellen. (Tension Fuels Design). Auch wenn „(An-)spannung erstmal als negativ assoziert wird, macht uns Spannung zum Menschen. Diese Spannung entsteht im Gehirm“, so Deskey.

Für den ersten regulären Vortrag wurden zwei NIKE Mitarbeiter gewonnen, John Hoke (Global VP of Design) & Angela Snow (Global Director of Creative Operations). Ihre Kernthese lautete dass man die Spannungen nicht ausschalten sondern aushalten muss. Dabei nehme sich NIKE Sportler als Vorbild um die Spannung zu fühlen. Denn Spannung sei auch Leidenschaft. In Ihrer Präsentation identifizierten sie fünf „Kernspannungen“ die unterschiedliche Perspektiven auf das Thema liefern sollten:
* Kommerz vs. Kreativität
* Überfluss vs. Verknappung
* Massenprodukt vs. Einzelanfertigung
* Digital vs. Analog
* Bekanntes vs. Neues

Für beide war klar, dass Spannung zu neuen Ideen führt, aber Spannung auch Vertrauen benötigt. Insgesamt boten beide einen interessanten Einblick in die Arbeit von NIKE in den Spannungsfeldern High End vs. Nachhaltigkeit oder Digitale Herstellung vs. Handarbeit. Dabei verwiesen sie auch auf die technischen Weiterentwicklungen wie ultra Slowmotion die neue Möglichkeiten liefern Prozesse zu betrachten und neue Herausfordeurngen an das Design aufwerfen.

Die zweite Präsentation des Tages wurde von Guthrie Dolin von Odopod gehalten. Er fokussierte seine Thesen auf vier Kernpunkte die er zentral findet für die Verbesserung der Positionierung z. B. Eines Unternehmens: „Embrace chance, Foster ideas, Think ecologically, Innovate every day“. Aus dieses Analyse sollten wir bei newthinking lernen, dass wir schon quasi alle diese Punkte beherzigen, diese aber noch besser nach Außen darstellen müssen. Guthrie hatte auch noch eine Erklärung für den Erfolg von Facebook parat. Er erklärt sich den Erfolg (gegenüber anderen Social Networkansätzen wie myspace) durch die „Hackermentalität von Zuckerberg“ und ihren Ansatz „The thing is never done“.

Spannend war der Vortrag von Erik Kiaer (Doblin), der argumentierte, dass Unternehmen mehr Zeit und Geld in die die Transformation der Firma investieren sollten als „normal“. „Market research looks at the average. I’ve never met an „Average“ person“. Dafür sei eine gemeinsame Anstrengung im Unternehmen nötig. Nicht nur die Innovatoren müssen mitziehen sondern auch alle anderen im Unternehmen.

Insgesamt war der erste Tag der Konferenz geprägt von verschiedensten Präsentationen rund um Design Thinking und Open Innovation. Spannend und zum Teil tolle Vorträge haben meinen Besuch absolut gerechtfertigt. Ein tolles Zitat kam dann zum Schluss des Tages von Kelly Goto: „Meaning is the new currancy“. Für newthinking kann man einige Erfahrungen mitnehmen. Viele Punkte, wie Werteorientierung, Open Source oder Transparenz werden im DMI Umfeld als innovative und neue Ansätze „verkauft“, was umgekehrt eigentlich nur bedeuten kann, dass wir sehr viel offensiver mit unseren Werten umgehen sollten und diese als Verkaufsargument nutzen sollten.

Toll waren auch die vielen interessanten Menschen die ich getroffen habe. Stellvertretend seien hier nur Tonya M. Peck und Mel Lim erwähnt.

Hier einige Fotos vom Tag;

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