Hipster Entrepreneurship – You made my day

Bei meinem Trip in die USA habe ich einen neuen Begriff gelernt. Hipster Entrepreneurship. Genannt hat ihn mir Mark Zusman bei einem Interview das ich mit ihm geführt habe. Daraus ist eine Reportage über Portland entstanden, die Ende des Monats in der Jungle World erscheinen soll (mal sehen obs klappt).
Spannend finde ich an diesem Begriff die Vielschichtigkeit. Zum einen suggeriert er bei mir direkt etwas eher negatives. Hipster, wie sie Zeitgenossen beschreiben, sind eher oberflächlich und grenzen sich vom Mainstream ab, sind aber schon lange zum extremen globalen Groß- und Kleinstadtphänomen geworden. Zusammen mit dem Begriff Entrepreneurship ergibt sich also ein „Megazeitgeistwort“ das sich gewaschen hat.
Mark Zusman beschreibt mit dem Wort eine interessante Entwicklung. Er setzt ihn einerseits in den Kontext von Stadtentwicklung und Gentrifizierung (radikale Aufwertung von Stadteilen), also Gegenden in Städten „über die gesprochen wird“ – wo sich schicke Cafes, Bars und Restaurantes auf engstem Raum befinden. Aber andererseits auch mit „Small Business, Creative“, also allen Personen die nicht nur Geld, sondern sich selbst darzustellen zum Ziel haben, „Handarbeiten, IT, Kaffee und ganz allgemein das Essen“, in Zusammenhang. Hierdurch entsteht also eine interessante Verbindung zwischen Veränderung (in der Stadt) und nonkonformen Lebensentwürfen.
Das der Begriff eher negativ auf mich wirkt bedeutet jedoch nicht, dass er unbedingt so eingesetzt werden sollte. Wenn ich die positiven Aspekte zusammentrage komme ich auf „Zeitgeist DIY/DIT Unternehmertum“ – eigentlich garnicht so schlecht. Wenn sich also eine emanzipatorische Lesart durchsetzen würde fände ich den Begriff ganz gut.

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