Kommentar: Einfach schreddern!

Sollte man sich erdreisten, sich mit einer eigenen Meinung oder einer Kritik, und sei sie noch so fundiert, dem Thema Gema zu nähern, sieht man sich vielerlei Schmähungen ausgesetzt. Man sei ja nicht vom Fach, verstehe das komplizierte System der Gema nicht oder ergehe sich, Maschinenstürmern gleich, nur in Missgunst gegenüber dem edlen Urheber und eigentlich ginge es einen ja gar nichts an. Berechtigt ist die Frage: Warum sollte man sich mit einer Organisation auseinandersetzen, die für Zehntausende von Kunden im ganzen Land unter dem Deckmantel der Vertretung von Künstlern vor allem die Funktion eines akustischen Inkasso-Eintreibers hat? In vielen Fällen steht die Ausschüttung der Tantiemen im krassen Widerspruch zu der Nutzung der Besucher. Ganz bestimmt ist das so in den Clubs, in denen elektronische Musik gespielt wird, und vermutlich auch an vielen anderen Orten.

Angeblich basiert die Vergabe der eingenommenen Gebühren auf einem Stichprobenverfahren, wodurch jede Woche in einer von 120 Diskotheken eine Stunde Musik aufgenommen und dann von Hand ausgewertet wird. Abgesehen von der Intransparenz des Verfahrens, fallen unbekannte Titel leichter durch die Maschen des Erfassungsnetzes. Andersrum müssen Betreiber von Orten, die Gema-freie Musik abspielen, nachweisen, dass die von ihnen genutzten Stücke nicht bei der Gema gemeldet sind – Beweislastumkehr genannt Gema-Vermutung.

Doch leider muss man sich mit dieser Organisation auseinandersetzen, denn die Gema schickt sich an zu einer der größten musikalischen Säuberungsaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik. Unter dem Deckmantel der Vereinfachung der Gebühren sollen die Kosten für Clubs und Diskotheken um ein Vielfaches erhöht werden, was zu einem »Clubsterben« führen kann, wie es Berlin und das Land noch nicht gesehen haben. Dagegen war das Rauchverbot harmlos. Bei Organisationen wie dem Verfassungsschutz oder der Gema, die man jeweils locker und ungestraft undemokratisch, intransparent und monopolistisch nennen kann und die ihre Wurzeln im Nationalsozialismus haben, kann es nur eines geben: auflösen, neu machen.

Zur feier der Berlin Music Week und aus gegebenem Anlaß hier mein GEMA Kommentar den ich vor einigen Wochen in der Jungle World veröffentlichen durfte.
Siehe auch hier!

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