Geht alle hin: Vernissage „Schrüppe McIntosh Apokalypse“

Für alle die noch nicht wissen was sie am Wochenende machen sollen und sich nicht am Service Jam Berlin beteiligen hier ein Pro-Tip! Geht alle, und ich meine ALLE, bitte dieses Wochenende zur Vernissage „Schrüppe McIntosh Apokalypse“. Meine liebe Freundin Schrüppe besorgt euch einen Mischung aus Kunst, Fashion, Live Musik, Performances und Lesungen die ihr nicht verpassen dürft! Hier gehts zur FB-Anmeldung.

Der Ball ist politisch.

Ein wahnsinnig abgefahrener Tag (und nicht nur rund um Fussball) liegt hinter mir. Meetings, Telkos, Kundengespräche, Angebotserstellung, Erfolge, Pitchniederlagen – da war alles dabei. Hier soll es aber nur um Fussball gehen. Denn dieser 21. Februar 20. Februar hatte es in sich. Highlight war die Kunde von der Verleihung des Preises „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ für die Kampagne gegen Homophobie im Fussball, eine Initative der aktiven Fans von Tennis Borussia Berlin und anderen, u. a. des LSVD. Ein wirklich einfach toller Erfolg für die vielen Aktiven in dieser Kampagne. Mein Dank gilt ihnen! Denn wie wichtig dieser Kampf gegen Vorurteile und reaktionäre Strukturen ist, zeigt der Zeitgeist. Wenn Robbie Rogers nach seinem Outing in der vergangenen Woche sowas bloggen muss:

„In den letzten 25 Jahren habe ich Angst gehabt: Angst, zu zeigen, wer ich wirklich bin. Angst, dass mein Geheimnis meinen Träumen im Wege stehen könnte“

Doch diese Strukturen sind nicht nur unterschwellig zu spüren, sondern handfeste Realität in der Gesellschaft und den Stadion der Welt. Auch in Berlin finden sich härteste Zirkel der gewaltbereiten Ausgrenzung und es werden keine nachhaltigen Mittel dagegen gefunden. Schon am Sonntag Dieses Frühjahr geht es für Tennis Borussia Berlin nach Rudow und der eine oder die andere wird sich noch an die letzten Aufenthalte dort mit schrecken erinnern.

Deshalb ist es nicht nur heute, an diesem Wochenende, hier, überall und immer wichtig sich gegen diese Tendenzen zu wehren und Flagge zu zeigen. Gegen Homophobie, Rassismus, Anitsemitismus und alle Formen der Intoleranz. Als TeBelerInnen tuen wir das häufig. Nicht nur mit der Unterstützung der vielleicht einzigsten aktiven antifaschistischen Fankultur in Weissrussland, den Fans von Partizan Minsk, die bei ihrer Tour durch Deutschland im März von vielen Fangruppen und Vereinen unterstützt wird. Leider muss regelmäßig an diesen Themen gearbeitet werden.

Da kommt es natürlich grade recht, wenn man, nach getaner Arbeit in einem Stammkiosk erfährt, dass der Bruder des Verkäufers mal bei TeBe gespielt hat und der Kunde hinter mir sagt, er sei auch Tennis Borussia Fan gewesen, aber 6. Liga tue er sich nicht an. Sowas bestärkt einen in der Arbeit an der flächendeckenden Verbereitung der TeBe Fankultur in Berlin und anderswo. Und das kann man dann auch auch mal feiern. Spätestens zur 111 Jahre TeBe-Gala im Lovelite am 6. April 2013 mit tollen Bands:

Saisonauftakt bei bestem Schneetreiben

Heute soll es also los gehen! Zu meiner Überraschung hat das Sportamt das Mommsenstadion für die Partie zwischen Tennis Borussia Berlin und dem 1. FC Wilmersdorf heute Abend um 19.30 Uhr freigegeben. Mit einem Sieg können wir an einigen Konkurrenten vorbeiziehen und unsere Ambitionen nach oben unter Beweis stellen. Ich freue mich auf Begleitung: wer kommt mit?

Erfolg der Heiterkeit

Am vergangenen Mittwoch besuchte ich das Konzert von Fenster und Die Heiterkeit in der Berghain Kantine. Seit dem Auftritt von Stella Sommer (Gesang, Gitarre), Rabea Erradi (Bass, Gesang) und Stefanie Hochmuth (Schlagzeug) auf dem Torstraßen Festival letzten Sommer hab ich mir oft die super Songs im Netz angehört und die Videos dazu geschaut:

Dabei stellte ich mir immer die Frage warum ich die Band gut finde. Klar, auf den ersten Blick könnte man sagen: toll anzuschauen, naiver Charme, klasse. Doch so einfach ist es nicht. Auf dem Konzert im Berghain ist es mir dann aufgefallen welche Vergleiche es mir möglich machen den Erfolg (grade bei in die Jahre gekommenen männlichen Indiefans) zu erklären. Sicherlich ist es die gekonnte Kombination von Stilelementen aus Hamburger Schule in Verknüpfung mit weiblichem Gesang, also so eine Achse Tocotronic / Britta und Elementen aus der Frühphase des Protopunk also z. B. Velvet Underground.

Aber es ist etwas anderes. Anders noch als auf dem #TSF12 war in der Kantine der Sound klarer und dennoch erstaunlich drucklos, was für das erste hören bei den bekannteren Stücken eher eine Enttäuschung war und ich es nur für eine Frage der Zeit hielt bis die Band eine zweite GitrarrenspielerIn mit auf Tour nimmt um den Druck zu erhöhen. Doch im Verlauf des Konzerts wurde mir klar, das können so nur die Drei von Die Heiterkeit! Dieser leicht abwesende Vortrag, die minimale Instrumentalisierung und der gewollt zurück genommene Sound kreiert eine Atmosphäre wie man sie sehr selten auf Konzert bekommt. Es klingt roh, aber eben nicht dilettantisch und unvermögend sondern vielmehr entrückt ehrlich. Ich denke diese Kombination macht es für viele Leute (und hoffentlich bald noch mehr) zu einem tollen Sounderlebnis bei einem Konzert der drei Hamburgerinnen dabei zu sein. Mein Dank gilt also ihnen aber auch Andrea und Melissa die es uns möglich gemacht haben Die Heiterkeit und Fenster in diesem Frühjahr in Berlin zusammen zu sehen!