Erfolg der Heiterkeit

Am vergangenen Mittwoch besuchte ich das Konzert von Fenster und Die Heiterkeit in der Berghain Kantine. Seit dem Auftritt von Stella Sommer (Gesang, Gitarre), Rabea Erradi (Bass, Gesang) und Stefanie Hochmuth (Schlagzeug) auf dem Torstraßen Festival letzten Sommer hab ich mir oft die super Songs im Netz angehört und die Videos dazu geschaut:

Dabei stellte ich mir immer die Frage warum ich die Band gut finde. Klar, auf den ersten Blick könnte man sagen: toll anzuschauen, naiver Charme, klasse. Doch so einfach ist es nicht. Auf dem Konzert im Berghain ist es mir dann aufgefallen welche Vergleiche es mir möglich machen den Erfolg (grade bei in die Jahre gekommenen männlichen Indiefans) zu erklären. Sicherlich ist es die gekonnte Kombination von Stilelementen aus Hamburger Schule in Verknüpfung mit weiblichem Gesang, also so eine Achse Tocotronic / Britta und Elementen aus der Frühphase des Protopunk also z. B. Velvet Underground.

Aber es ist etwas anderes. Anders noch als auf dem #TSF12 war in der Kantine der Sound klarer und dennoch erstaunlich drucklos, was für das erste hören bei den bekannteren Stücken eher eine Enttäuschung war und ich es nur für eine Frage der Zeit hielt bis die Band eine zweite GitrarrenspielerIn mit auf Tour nimmt um den Druck zu erhöhen. Doch im Verlauf des Konzerts wurde mir klar, das können so nur die Drei von Die Heiterkeit! Dieser leicht abwesende Vortrag, die minimale Instrumentalisierung und der gewollt zurück genommene Sound kreiert eine Atmosphäre wie man sie sehr selten auf Konzert bekommt. Es klingt roh, aber eben nicht dilettantisch und unvermögend sondern vielmehr entrückt ehrlich. Ich denke diese Kombination macht es für viele Leute (und hoffentlich bald noch mehr) zu einem tollen Sounderlebnis bei einem Konzert der drei Hamburgerinnen dabei zu sein. Mein Dank gilt also ihnen aber auch Andrea und Melissa die es uns möglich gemacht haben Die Heiterkeit und Fenster in diesem Frühjahr in Berlin zusammen zu sehen!

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