Der Kongress der Zukunft liegt am Bodensee

Ende Juni 2013 war ich auf einerm spannenden Tagung Think-Tank auf Schloss Wartegg. Um es gleich zu sagen, das Wetter war furchtbar. Um so besser war es, dass ich ein so tolles Team von Menschen kennenlernen durfte, die – so unterschiedlich sie auch sind – sehr schnell zu einer Einheit wurden in der wir produktiv arbeiten konnten.

Die Veranstaltung nennt sich MICE-Lab, das bedeutet ‚mice = Meeting, Incentive, Congress, Event‘. An drei Tagen konnten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie sich die Kongresse und somit die Kongress- und Veranstaltungsbranche in den nächsten Jahren verändern wird. Eine spannende Frage, zu der wir auch einiges in unserem newthinking Magazin veröffentlicht haben. U. a. einen Artikel von Claudia Brücker.

Die gesamte Veranstaltung wurde umfangreich aufgezeichnet. Es gibt eine tolle Videogalerie und der Prozess der Diskussion soll auch noch in den nächsten Jahren weiter geführt werden. Besonders gut fand ich den Ansatz, alle Inhalt als „Open Source“ zur Verfügung zu stellen. Letztlich hat mich das überzeugt überhaupt der Einladung zu folgen. Der Trailer der Veranstaltung gibt einen guten Eindruck über die Richtung der Veranstaltung und deren Dynamik.

Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin sollte einen Gegenstand mitbringen, der etwas mit Events zu tun hat und die Person charakterisiert. Schaut hier was ich mitgebracht habe:

Inhaltlich habe ich mich mit dem Thema digitale Teilhabe beschäftigt:

Für mich steht jetzt noch etwas Nachbereitung der Veranstaltung an und ich freue mich schon auf die nächste Auflage. Die Besucher des abschließenden Konferenztags waren übrigens auch begeistert:

Vielen Dank an alle, die das Lab ermöglicht haben und an alle TeilnehmerInnen. Ich hoffe wir sehen uns bald!

Freiheit? – Wie können wir frei sein, wenn ihr uns ständig überwacht?

Mit Spannung habe ich die Abschiedsrede von Botschafter Philip D. Murphy in einem Live-Stream aus der American Academy verfolgt. Leider bleibt mir nichts anderes übrig, als zu sagen: Chance verpasst! Ich habe Murphys‘ Amtszeit intensiv verfolgt, war sogar vor Jahren bei ihm in seine Privatvilla zu einem Dinner eingeladen und hatte diverse Kontakt in die US-Botschaft in den letzten Jahren. Deshalb hatte ich gedacht, dass er etwas mehr zu sagen hätte zum aktuellen, man könnte sagen Game Changing, Skandal der für die USA wohlmöglich noch richtig teuer werden kann. Er reduzierte seine Aussagen zu diesem Thema auf drei Punkte die wichtig seien für Beziehungen zwischen den beiden Ländern:

  1. Vertrauen
  2. Nicht das Freihandelsabkommen stoppen
  3. Eine Aufzählung was die BRD an der Seite der USA in den letzten Jahren gemacht hat

Man. Hier und heute, und insbesondere zum Ende der Amtszeit, wäre ein Entschuldigung gut gewesen. Auch in diplomatischem Kleid. Stattdessen präsentierte er eine Tränenrede die durch die deutsch/amerikanische Geschichte verlief und sogar Frau Merkel als Freiheitskämpferin erscheinen lies. Er war sich sogar nicht zu schade zu betonen, dass es keinen besseren Alliierten für die USA geben könne als Deutschland (warum ließ er etwas offen, möglicherweise weil sonst keiner so devot unterwegs ist).

Lieber Mr. Murphy, ich bin enttäuscht. Ich hatte ihnen mehr Größe zugetraut. Mit dieser Rede haben sie fast alles zerstört was sie in den letzten Jahren aufgebaut haben. Da hilft auch der Verweis auf ihre Faszination für den Fussball nix mehr. In einem Wort: Schande!