Berlin goes Thessaloniki

Erfahrungsbericht über die Kultur- und Kreativwirtschaft im griechischen Thessaloniki

Zwischen dem 02. – 07. Oktober 2013 war ich zusammen mit fast 20 Akteuren der Berliner Musik- und Kreativszene auf einer Delegationreise an der Bucht von Thessaloniki. Die zweitgrößte Stadt Griechenlands, ganz im Norden in Makedonien gelegen, hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Die politische Situation in der Region war mir vor dem Besuch nicht wirklich bekannt. Über die Spannungen und die Konflikte in der Region kann man Bücher schreiben. Deshalb klammere ich das mal aus. Klar ist, dass hier seit Jahrtausenden (sic!) unterschiedlicheste Einflüsse unterwegs waren.

Mal gehörte Thessaloniki zum Osmanischen Reich, dann zu Griechenland, zu Bulgarien … wer dazu mehr wissen will, sollte einfach mal bei der Wikipedia nachlesen. Die Vielfalt der Einflüsse in die Architektur der Stadt (zumindest da wo die 60er und 70er Bausünden nicht die alten Gebäude und Strukturen zerstört haben) ist sehr groß.

Über die Geschichte der letzten 30-40 Jahre, die viel mit Korruption und Vetternwirtschaft zu tun hat, haben wir bei unserem Besuch einiges erfahren. Die Poltik- und Staatsverdrossenheit vieler Leute die wir bei unserer Reise getroffen haben mag daraus resultieren. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt wurde unlängst zu lebenslanger Haft verurteilt!

Die Stadt ist also ein Spiegelbild der griechischen Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Welche Auswirkungen diese Rahmenbedingungen auf die Kulturszene in der Stadt haben war eine neue Erfahrung für mich – aber dazu später mehr. Ich war zunächst mal erfreut, dass ich an dieser Reise teilnehmen durfte, da ich schon mal vor ca. 5-6 Jahren vor Ort in Thessa war und die Stadt in guter Erinnerung behalten habe. Irgendwas ist da, was sehr attraktiv auf mich gewirkt hat und Anfang Oktober 2013 auch wieder so auf mich wirkte. Mein aktueller Eindruck war, das sich auf den ersten Blick nicht viel verändert hat. Die Lokale an der Uferpromenade sind weiterhin extrem teuer, der Mix aus überwiegend grauen Platten/Funktionsbauten mit (teil-)verfallenen älternen Gebäuden und den Bauruinen der Jahrhunderte – ein morbider Charme der viel Leerstand und somit auch viel kulturelles Entwicklungspotenzial beinhaltet.

Kern unseres Besuchs war eine zweitägige Konferenz der Konrad Adenauer Stiftung in den Räumen des Goethe Instituts Thessaloniki. Die Planung der Reise oblag der Berliner Club Commission und einigen anderen Partnern. Das Berliner Projektbüro wurde durch die WOMEX geleitet. Die Delegationsreise wurde durch die Adenauer Stiftung finanziell unterstützt (vielen Dank dafür) und war der Gegenbesuch der BerlinerInnen in Griechenland. Die Gruppe aus Thessaloniki war im Juni 2013 in Berlin gewesen und hatte hier bei uns ein umfangreiches Programm der Berliner Kulturszene vermittelt bekommen. Dafür haben sie sich in Thessaloniki mit einem auch sehr ambitionierten Programm revangiert. Meist zwischen 10 Uhr am Morgen bis 1-2 Uhr in der Nacht reihte sich ein Programmpunkt an den anderen und wir hatten kaum Zeit um Luft zu holen, geschweige denn, umfangreich über das gehörte zu reflektieren. Deshalb möchte ich in diesem ersten Beitrag zum Thema versuchen einige meiner Eindrücke zu vermitteln, damit die Zusammenarbeit in der Zukunft von möglichst guten Voraussetzungen ausgeht! Klar ist aber, dass sehr viele Aspekte und Diskussionsthemen einer eigenen Betrachtung bedürfen und ich hoffe, dass ich diese Texte auch noch schreiben werde.

Nach der Anreise am 02. Oktober wurden wir direkt von den Projektpartnern am Flughafen mit einem Bus abgeholt. Auf dem Weg in die Innenstadt war schon ein erstes Highlight für uns vorbereitet. Wir wurden im lokalen Radio durch Christos Portokaloglou nametlich und auf griechisch begrüßt und wir konnten das im Bus im Radio hören: Nice! Kaum in der Innenstadt angekommen stand zunächst ein Mittagessen auf dem Plan – dauer ca. zwei Stunden. Nach einer kurzen Pause im Hotel besuchten wir die sehr prominent im Hafen gelegene Kitchen Bar, eine große und stylische Location mit einem tollen Blick über die gesamt Bucht von Thessaloniki. Die Bar ist das Highlight auf dieser Landzunge am Hafen der Stadt. Diese Lage und die tolle Location lassen sich die Macher auch gut bezahlen vom Gast, ein 0,4l Bier kostet dort 5,80,- EUR.

Nächste Station war das Rathaus der Stadt auf der anderen Seite der Innenstadt. Eine Aufführung stand auf dem Plan, die sich in dem sehr modernen Gebäude, für uns aber nicht besonders erschlossen hat, denn sie war eher auch eine Performance in griechischer Sprache. Nach einem Abendessen war dann weit nach Mitternacht Ende mit dem ersten Tag.

Die Konferenz startet dann am Donnerstag, den 03. Oktober um 10 Uhr im Goethe Institut. Naja, sollte sie zumindest, denn bis es wirklich losging war es fast 11. Der Tag eins der Konferenz war gegliedert in fünf Paneldiskussionen. Nach den Begrüßungsreden berichteten einige aus der Berliner Delegation über den Stand des Projektes ‚ThessBerlin2021‘, unter dem das Vernetzungsprojekt zwischen der Musik- und Kreativwirtschaft in Berlin und Thessaloniki betrieben wird, über den Stand der Vernetzung und den bisherigen gemeinsamen Aktionen. Es gab also eine Rückschau auf den Besuch der GriechInnen bei uns in Berlin und Berichte u. a. der Berlin Music Commission. Dabei wurde nochmal deutlich, dass unser Besuch auch dazu dienen sollte, mit Beispielen aus Berlin wie der BMC, den Freunden in Thessaloniki Hilfestellungen bei der lokalen Organisation ihrer Szene zu geben. Bei nahezu jeder Diskussion der Konferenz wurde klar: die Fronten zwischen den Musik und Kreativschaffenden und der Politik sind sehr verhärtet. Es kam häufig zu Wortgefechten zwischen den Vertretern der Politik und Verwaltung (die sich alle sehr positiv auf die Branche bezogen haben und auch unterstützend tätig waren – u a. bei der Vorbereitung der Konferenz) und den MacherInnen aus der Kreativszene. Mehr als deutlich wurden die Vorurteile der Kreativen gegenüber der Politik – was sicher auch eine Berechtigung hat – aber eher nach hinten gerichtet erschien. Es mangelt also an vielen Stellen an Vertrauen und gegenseitigem Respekt bzw. der Abstraktion sich in den anderen hinein zu versetzen. Das ist sicher nachvollziehbar, aber nicht besonders konstruktiv wenn es um zukünftige gemeinsame Aktivitäten geht.

Ich durfte auf der Konferenz zwei Panels moderieren. Interessant daran war, dass der Begriff „Moderation“ schon sehr unterschiedlich interpretiert wurde von den griechischen und deutschen TeilnehmerInnen. Denn wo sich die griechische Seite eher um die Ansage der Rednerinnen und Redner bemühte, sah ich meine Aufgabe eher im kritischen Nachfragen und zusammenfassen. Das sorgte schon für einige Verwirrung, wenn ich zum Beispiel einen Griechen einfach mal unterbrochen habe. „Meine“ Themen waren „Europäische Fördermittelprogramme“ und „Tourismus und Festivals / Konzert“. Bei letzterem wurde besonders deutlich, wo die Probleme der Stadt liegen. Nach einem interessanten Vortrag von Anastasis Diolantzis vom Reworks Festival ereignete sich ein besonderes „Schmankerl“ über die Kommunikationskultur in der Stadt. Anastasis berichtet über Schwierigkeiten bei der Organisation des Festival. So fand am selben Tag von Reworks ein Autofreier-Tag in der Stadt statt. Das führte bei der Organisation des Events zu großen Problemen, da die Stadt mit dem Auto nicht benutzbar war. Eine bessere Abstimmung zwischen den Veranstaltern hätte bestimmt dazu geführt, dass beide Seiten eine Lösung für das Problem hätten finden können. (Grundsätzlich würde ich sagen, dass weniger Autos der Stadt sehr gut tun würden…) Einen besonderen Spin bekam dieses Beispiel jedoch dadurch, dass zum Ende des Panels der Bürgermeister Giannis Boutariszu seinem Grußwort erschien. Er bezog sich drin auf die wichtige Rolle der Beziehung zu Berlin, aber auch auf lokale Kulturprojekte. Außerdem, jetzt kommt’s, führte er ein prestige Projekt der letzten Zeit an, nämlich, dass aus der Mitte der Bevölkerung der Wunsch nach einem Autofreien-Tag gekommen sei. Diesen umzusetzen sei ein Zeichen von Bürgerbeteiligung und einer Zeitenwende in der Stadt. Die Reaktionen im Publikum (ich konnte ja alle sehe, da ich auf dem Panel saß), waren wirklich bemerkenswert. Auch Anastasis wäre fast vom Stuhl gefallen. Dieser Zufall (Boutaris konnte ja von der Diskussion im Raum vorher nichts wissen), war sowas wie eine symptomatische Blaupause der Beziehungen zwischen der Politik, der Verwaltung und den Kulturschaffenden. Dazu kommt noch ein deutlicher Generationenkonflikt innerhalb der Kulturszene. Denn klar ist, wenn man seit 20 Jahren kreative Arbeit in Thessaloniki macht hat man natürlich einen komplett anderen Blick auf die Dinge als wenn man sehr viel jünger ist und durch die aktuelle Krise mehr geprägt wurde.

Auf der Konferenz durfte ich auch noch einen kleinen Vortrag halten. Unter dem (etwas sperrigen) Titel „Digitale Gesellschaft – Plattform für kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung – Thesen zum selbstbestimmten Unternehmertum “ habe ich einige Erfahrungen aus meiner Arbeit geschildert. Das Feedback dazu war sehr positiv und hat einige Anknüpfungspunkte für eine zukunftige Zusammenarbeit geliefert. U. a. lernte ich dadurch die Macherinnen von ApoDec kennen, einem Designteam mit eigenem Studio (Cool!). Nachhaltiger war auch der Eindruck, den mein Vortrag bei dem Team vom COO hinterlassen hatte.

Bei einem privaten Streifzug durch die Stadt war ich auf der Suche nach einem Laden um was zu trinken. Ich war in der Gegend rund um unser Hotel unterwegs gewesen, dem wichtigsten Kreativquartier der Stadt. Letztlich habe ich mich zufällig für den Laden entschieden (wobei, nicht zufällig, denn ich fand ihn am interessantesten) und bin zum Tresen um etwas zu bestellen. Dort traf ich dann auf Apostolis der hinter der Bar stand. Nachdem ich meine Bestellung aufgegeben hatte, sprach er mich an und wollte sich für meinen Vortrag auf der Konferenz (am Tag zuvor) bedanken! Er war nämlich dort und hatte mich wiedererkannt. An die Bezahlung von Getränken an diesem Abend war ab sofort nicht mehr zu denken! Ich bin dann mehr als 5 Stunden bei der Crew im COO geblieben und wir haben über die unterschiedlichsten Dinge rund um die Szene in Thessaloniki gesprochen. Auch über die steuerliche Situation von Bars & Clubs und dem Verhalten der Steuerbehörden. Im COO fand an diesem Abend auch eine Party statt die wir eh als Berliner Delegation besuchen wollten. Deshalb kamen dann auch alle aus der Berliner Gruppe dort hin.

Als ich am nächsten Tag nochmal in dem Laden vorbeigegangen bin wurde mir erzählt, dass kurz nachdem wir den Laden in der Nacht verlassen hatten die Steuerprüfer im COO eingerückt sind, zwei Stunden vor Ort waren, 30 Minuten die Bar lahmgelegt haben und letztendlich ein Bußgeld über 500,- wegen falscher Belege verhängt (und gleich kassiert) haben. Eine groteske Verdichtung der Probleme die Clubs und Bars in Thessaloniki haben, über die ich an anderer Stelle gern nochmal berichten werde.

Insgesamt war die Reise für mich ein voller Erfolg. Ich konnte tolle Leute und Orte kennenlernen, insbesondere bei unserem Rundgang durch Orte der Kreativwirtschaft, bei dem wir Studios, Proberäume, Büros, Locations und Studios besuchten. Insgesamt gibt es in Thessaloniki einen wilden Szenemix aus Aufbruch, Mainstream und Tradition, bei fast immer hohen Preisen. Es herrscht viel Leerstand, was an den hohen Raumkosten für alle Akteure liegt. Dazu die Verkehrsprobleme, der beste Teil der Stadt, die Hafenpromenade, ist eine kleine Autobahn! Noch dazu gibt es einen schwierigen Mix aus Staatsverdrossenheit und Staatsgläubigkeit, insbesondere bei den älteren TeilnehmerInnen aus Thessaloniki.

Ich möchte auf jeden Fall in der Zukunft dabei helfen, dass Erfahrungen und auch Inhalte aus Berlin in Thessaloniki eine wichtigere Rolle spielen. Um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen müssen wir mehr daraus machen, wenn wir uns gemeinsam Treffen: methodisch, zielführend und mit ganz viele Spaß!

iTHINKi – Unsere ‚Little Data Company‘

Die Geschichte startet mit einer Android App mit dem Namen iTHINKi. Bitte probiert sie hier aus! Check unsere Webseite, folge uns auf Twitter oder kommt in unsere Facebook-Gruppe.

Im Moment ist iTHINKi nur ein einfaches Smartphone-Tracking-Device, aber mit einem kleinen Unterschied. Der Unterschied liegt darin, dass wir nicht vor haben, jemals Eure Daten zu tracken. Klingt komisch, klar, aber die Realität ist, dass sich Unternehmenswachstum und ‚Big Data‘ meist darum drehen, dass die Unternehmen mehr über dich wissen als du selber. Darin liegt ihr Wettbewerbsvorteil. Wir glauben, deshalb solltest Du Dich, mit unserer Technologie beschäftigen.

Unser Ziel ist es Dir die Möglichkeit zu geben, von den Daten die Du generierst zu profitieren, sie zu verstehen und Spaß damit zu haben. Wir wollen es Dir einfach machen, Deine Daten zu lesen, zu managen, zu ändern oder was immer Du damit tun möchtest. Wir bauen Tools, damit Du Deinen eigenen Datengarten abstecken kannst. Wir können andere (noch) nicht aufhalten, Deine Daten zu sammeln, aber wir können, einfach gesagt, Dir die Möglichkeit geben Deine eigenen Daten selbst bestimmt zu nutzen.

Im Moment musst Du nicht mal unsere „Terms & Conditions“ akzeptieren, denn wir haben keine – das ändert sich vielleicht mal, was wir jedoch haben und was Du von uns bekommst sind unsere Hoffnungen und Träume. Wenn es schlecht läuft, dann bleibt iTHINKi nur eine einfach Seite im Netz. Wie auch immer, wir brauchen keine Privacy Policy, denn wir wollen Deine Daten gar nicht haben. Sie bleiben bei Dir!

Wir geben Dir Werkzeuge damit Du Deine eigenen Daten befreien kannst. Du kannst sie löschen, exportieren oder speichern, wie Du magst! Genau das ist es was mit mit ‚Little Data Company‘ meinen.

Die Idee, die Bewegung, das Unternehmen bauen auf dem Versprechen unserer Ehrlichkeit. Dieses Vertrauen ist der einzige Vorteil den wir haben. Aber warum uns vertrauen? Wir haben begonnen aufgrund unserer gemeinsamen Leidenschaft für Open Source, Free Software, Mobile und Soziale Technologien. Wir glauben, dass der bessere Deal und einfachste Weg nach vorn lautet: Die Daten die Du generierst sind Deine! Wir sind auf dem Weg es Dir einfach zu machen etwas nützliches mit Deinen Daten zu tun. In der Zukunft werden wir sicherlich unabhängige Auditoren damit beschäftigen unsere Ehrlichkeit und testieren und somit Euer Vertrauen zu rechtfertigen.

Wie wollen wir die Ideen von iTHINKi realisieren? Es ist so einfach, dass wir uns wundern, dass noch niemand (den wir kennen) so etwas anbietet. Wir wollen eine Open Source Bewegung aufbauen, die die individuellen Nutzerrechte steigert und die Möglichkeit liefert, die eigenen Daten besser zu verstehen und davon selber zu profitieren – wir helfen Dir Dein digitales Leben besser zu verstehen. Trotz allem, nur weil du tippst, klickst, roamst, teilst, chattest, knipst, dich einloggst oder was immer Du Online tuest: das bedeutet noch lange nicht, dass dir deine Daten nicht gehören! Es sind Deine Daten und wir hoffen, wir können Dir helfen sie zurück zu bekommen!

First things first:

  • Alle Daten die iTHINKi für Dich sammelt gehören dir
  • die Daten bleiben auf Deinem Gerät und werden von uns nicht gelesen
  • Du kontrollierst Deine Daten
  • Du kannst sie exportieren und damit machen was du magst
  • Du entscheidest welche Informationen über Deine Daten Du haben möchtest

Aber wie werden wir damit jemals Geld verdienen? Unsere Partner, Freund und Familien fragen uns das natürlich. Also, iTHINKi, die App, wird vielleicht nie Geld verdienen, denn wir sind was Werbefinanzierung angeht zurückhaltend. Es gibt Potenzial für Premium Services, kostenlos auf Zeit oder Einmalkauf im Appstore – aber all das wird unser Userwachstum einschränken und wenn wir daran glauben, dass Informationen für den Nutzer frei zugänglich sein sollte, wären diese Wege schon sehr komisch.

Wie auch immer, vielleicht in der Zukunft … Wenn wir mal genug Nutzer haben, dann können wir Dir als Nutzer ein Angebot machen, mit dem Du vielleicht Geld verdienen kannst, in dem Du Teile Deiner Daten an den höchst bietenden verkaufen kannst. Vielleicht Anonym an Hochschulen, Unternehmen oder Start-Ups, die Dein Datenprofil interessiert und wenn Du diese Informationen mit ihnen teilen möchtest!

Im Moment haben wir keine Wahl. Deine Daten gehören Dir und wir helfen Dir, diese überhaupt erstmal kennenzulernen. Bitte probiere doch unsere App aus. Du kannst sie hier runterladen – bitte sag uns, was Du davon hältst, was Du gern an weiteren Funktionen sehen würdest damit wir eine wirklich kollaborative, dezentralisierten Service schaffen können.

Auf dem Frismakers Festival Berlin habe ich dazu auch einen 300 Sekunden Pitch gehalten. Geht besser, aber war auch der erste überhaupt!

„little data company is making use of the mindset & tools of the start up movement without aiming for VC and profit on the back of user privacy, but with the goal to empower the user instead of big companies this is digital activism applying a business mindset / with a business backbone“.

J.G. Archer, CEO & Founder: Linkedin / Twitter

Arend Jan Majoor, Founder: Linkedin / Twitter

Andreas Gebhard, Founder : Linkedin / Twitter

Mirko Boehm, CTO: Linkedin / Twitter

EndoCode, Tech Partners: Website

What a blast! Meine Berlin Music Week startete beim Torstraßen Festival

Gute Güte, das Torstraßen Festival war genial! Unglaublich wie toll das Feedback war:

«Big ups to the crew who put on Torstraßen Festival 2013, it was a good mix of positive people tonight sweatin’ to the african oldies (and newies).»Awesome Tapes from Africa

 «Am Wochenende feierte die Torstraße in Mitte ein Festival voller Musik. So ein Tag kann alles erzählen, was man über diese Stadt derzeit wissen muss.»Berliner Zeitung

 «Thanks for coming yesterday, was great to see the place so packed!!»Thomas Azier

 «Vielen Dank an alle Festival-Organisatoren, an alle Zuschauer und natürlich an den besten Damenchor aller Zeiten. Es war, nun ja, ein Fest. Ein voller Erfolg!»Erfolg

 «Thank you all for showing up tonite at Torstraßenfestival and many thanks to Melissa, Norman, Andrea, Martin for their help and having us play!»Saroos

 «Torstraßen Festival 2013 was simply amazing, thanks to everyone involved!»The Dropout Control

«#lastnight was epic ! thanks to everyone who came out and to the Network Awesome folks for having me ! now to nurse my well earned hangover !»Isis Salam

«Thanks for a really amazing festival. So well organized, both our bands were super happy, and all the shows were great.» Nina Legnehed, Nordic by Nature

«Thank you Berlin Schokoladen & Torstraßen Festival, HOW WILD WAS THAT! Blew our minds that so many people came!»Halasan Bazar

Neben den tollen Bands, den entspannten Gästen und der genialen Stimmung habe ich immer wieder gehört „Ich hätte nicht gedacht, dass ich bei Euch in Mitte noch was so spannendes und neues entdecken könnte. Orte die ich nicht kannte. Ist doch noch nicht alles kaputt bei euch!„.

Für mich war die Eröffnung des 20 Jahre Kompakt Pop-Up-Recordstore sicherlich ein absolutes Highlight. Da diese Kooperation zwischen Ableton und Kompakt auf meine Initiative hin zustande kam, durfte ich den Laden, der für eine Woche in unserem newthinking Bürogebäude gastiert, eröffnen – was für eine Ehre!

Auf den Straßen war beim #tsf13 so richtig was los!

Das Oberholz platzte aus allen Nähten.

Und selbst der Regen konnte der Stimmung keinen Abbruch zuführen!

Es gibt so viel zu erzählen von den Bands die ich sehen durfte, wie Easter:

Nur komme ich nicht dazu. Heute startet die Berlin Music Week mit dem BBQ am Abend im Postbahnhof. Vielleicht schaffe ich es am Rande mehr über die Bands des #tsf13 zu schreiben. Wenn ich nicht schon wieder neue dort entdecke. Was für ein Luxus!

 

Der Kongress der Zukunft liegt am Bodensee

Ende Juni 2013 war ich auf einerm spannenden Tagung Think-Tank auf Schloss Wartegg. Um es gleich zu sagen, das Wetter war furchtbar. Um so besser war es, dass ich ein so tolles Team von Menschen kennenlernen durfte, die – so unterschiedlich sie auch sind – sehr schnell zu einer Einheit wurden in der wir produktiv arbeiten konnten.

Die Veranstaltung nennt sich MICE-Lab, das bedeutet ‚mice = Meeting, Incentive, Congress, Event‘. An drei Tagen konnten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie sich die Kongresse und somit die Kongress- und Veranstaltungsbranche in den nächsten Jahren verändern wird. Eine spannende Frage, zu der wir auch einiges in unserem newthinking Magazin veröffentlicht haben. U. a. einen Artikel von Claudia Brücker.

Die gesamte Veranstaltung wurde umfangreich aufgezeichnet. Es gibt eine tolle Videogalerie und der Prozess der Diskussion soll auch noch in den nächsten Jahren weiter geführt werden. Besonders gut fand ich den Ansatz, alle Inhalt als „Open Source“ zur Verfügung zu stellen. Letztlich hat mich das überzeugt überhaupt der Einladung zu folgen. Der Trailer der Veranstaltung gibt einen guten Eindruck über die Richtung der Veranstaltung und deren Dynamik.

Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin sollte einen Gegenstand mitbringen, der etwas mit Events zu tun hat und die Person charakterisiert. Schaut hier was ich mitgebracht habe:

Inhaltlich habe ich mich mit dem Thema digitale Teilhabe beschäftigt:

Für mich steht jetzt noch etwas Nachbereitung der Veranstaltung an und ich freue mich schon auf die nächste Auflage. Die Besucher des abschließenden Konferenztags waren übrigens auch begeistert:

Vielen Dank an alle, die das Lab ermöglicht haben und an alle TeilnehmerInnen. Ich hoffe wir sehen uns bald!

Freiheit? – Wie können wir frei sein, wenn ihr uns ständig überwacht?

Mit Spannung habe ich die Abschiedsrede von Botschafter Philip D. Murphy in einem Live-Stream aus der American Academy verfolgt. Leider bleibt mir nichts anderes übrig, als zu sagen: Chance verpasst! Ich habe Murphys‘ Amtszeit intensiv verfolgt, war sogar vor Jahren bei ihm in seine Privatvilla zu einem Dinner eingeladen und hatte diverse Kontakt in die US-Botschaft in den letzten Jahren. Deshalb hatte ich gedacht, dass er etwas mehr zu sagen hätte zum aktuellen, man könnte sagen Game Changing, Skandal der für die USA wohlmöglich noch richtig teuer werden kann. Er reduzierte seine Aussagen zu diesem Thema auf drei Punkte die wichtig seien für Beziehungen zwischen den beiden Ländern:

  1. Vertrauen
  2. Nicht das Freihandelsabkommen stoppen
  3. Eine Aufzählung was die BRD an der Seite der USA in den letzten Jahren gemacht hat

Man. Hier und heute, und insbesondere zum Ende der Amtszeit, wäre ein Entschuldigung gut gewesen. Auch in diplomatischem Kleid. Stattdessen präsentierte er eine Tränenrede die durch die deutsch/amerikanische Geschichte verlief und sogar Frau Merkel als Freiheitskämpferin erscheinen lies. Er war sich sogar nicht zu schade zu betonen, dass es keinen besseren Alliierten für die USA geben könne als Deutschland (warum ließ er etwas offen, möglicherweise weil sonst keiner so devot unterwegs ist).

Lieber Mr. Murphy, ich bin enttäuscht. Ich hatte ihnen mehr Größe zugetraut. Mit dieser Rede haben sie fast alles zerstört was sie in den letzten Jahren aufgebaut haben. Da hilft auch der Verweis auf ihre Faszination für den Fussball nix mehr. In einem Wort: Schande!

Philanthro-Capitalism, Impact Economy und die Burg

Auf Einladung von Dr. Maximilian Martin besuchte ich in den vergangenen drei Tagen die Konferenz Impact Economy Symposium 2013 “Learning from First Principles, Building the Transition Team.” Zusammen mit 40 Persönlichkeiten – Social Business Investoren & Venture Capital Firmen, Philanthrophen, Stiftern, Journalisten und MacherInnen von Social Business das schweizerische „Greifenstein Castle“ – eine Burg am Bodensee in der Nähe von St. Gallen und Bregenz.

Um es schon an dieser Stelle zu sagen: die Veranstaltung hat meine Erwartung in vielen Richtungen weit übertroffen. Ich konnte beeindruckt feststellen, dass Max es geschafft hat, eine spannende und äußerst relevante Mischung an Persönlichkeiten einzuladen wie es sonst vielleicht nur die Clinton Initiative, Davos oder die Weltbank hin bekommen. Persönlichkeiten wie Matthew Bishop, Christian Krüger (Einlader), Tim Beardson, Kieron Boyle (Head of Social Finance at the Cabinet Office UK), Philippe Lemoine, Hedda Pahlson-Moller oder Ralph Tayler bildeten eine tolle aber auch familiäre Gruppe die sich mit der Zukunft des zivilgesellschaftlichen Engagements und dessen Finanzierung auf einem globalen Level beschäftigen konnte.

Neben spannenden Vorträgen war Netzwerken das wichtigste Thema. Ich hoffen in den nächsten Tagen etwas Zeit zu finden, die wichtigsten Erkenntnisse hier zu veröffentlichen. Auf jeden Fall an dieser Stelle schon Mal sehr vielen Dank für die Einladung Max!

Mit ihm habe ich für das ‚Open Everything‘ – Magazin zum 10 Geburtstag von newthinking ein Interview gemacht:

Große Konvergenz oder heiße Luft?

Im Interview mit Dr. Maximilian Martin, Gründer und Geschäftsführer der Impact Economy SA in Lausanne, wird dem Thema nachhaltige Wertschöpfung auf den Grund gegangen. von wo kommt die Bewegung des sogenannten »Impact Investings« eigentlich? Und was genau heißt dieser neudeutsche Begriff? Wie hängt ökologisches/soziales Unternehmertum – oder Social Entrepreneurship – damit zusammen? Und was kann dieses neue Gedankengut dazu beitragen, uns zukunftsfähig zu machen?

Sie sind einer der Pioniere in Europa im Bereich Impact Investing und Social Entrepreneurship. Das sind relativ neue Ansätze. Warum brauchen wir Derartiges?

Europa hat Probleme und braucht Innovationen! Denken Sie an die Arbeitslosigkeit. Oder Herausforderungen wie die Überalterung und Fettleibigkeit mit jeweils verbundenen Gesundheits- und Betreuungsproblemen. Beträchtliche Bevölkerungsgruppen in Industrieländern leiden unter Strukturwandel und brauchen Jobs, da braucht es neue Lösungen. Gleichzeitig sehen wir aber die sinkende Finanzierbarkeit öffentlicher Güter in OECD-Staaten. Zusammen ergibt das einen enormen Innovationsbedarf, der auch finanziert werden muss. Mit Steuermitteln und privater Philanthropie alleine bekommen wir das nicht hin. Wir brauchen Investitionen, die sowohl gesellschaftliche wie ökologische Ziele erreichen, also auch finanziell Sinn machen. Da liefert Impact Investment eine Antwort. Es wird geschätzt, dass durch die Überalterung nachgefragte öffentliche Dienstleistungen bis 2025 massiv zunehmen werden. Die Lücken in der Finanzierung sind beachtlich: In Frankreich sagt Accenture fast 80 Milliarden Euro voraus, in Deutschland über 60 Milliarden, in Italien über 20 Milliarden und in Großbritannien sogar 130 Milliarden Euro! Also: Im Moment ist Impact Investment sicher noch ein innovatives Nischenthema. Aber das Thema bewegt sich in den finanziellen Mainstream. Denn so, wie wir bisher gearbeitet haben, geht es auf die Dauer nicht weiter.

Seit wann gibt es »Impact Investing«?

Eigentlich gibt es diese Idee des ökologischen und/ oder sozialen Investierens zwar schon länger, doch richtig in Gang kam die Bewegung erst in den Jahren 2007 und 2008 auf zwei Konferenzen der RockefellerStiftung. Es war kurz nach der Finanzkrise. Wir haben geahnt, dass die öffentlichen Investitionen nun aufgrund der hohen Verschuldung zurückgehen würden. Wir haben außerdem gesehen, dass die Philanthropie zu wenig Geld bewegt und oft zu wenig auf Resultate schaut. Es brauchte Lösungen, um diese Lücke zu füllen. Also haben wir damals die Idee des Impact Investing definiert und überlegt, wie wir dieses Thema voranbringen können.

Was versteht man nun genau unter »Impact Investing«, »Impact Finance«, »Social Finance« und »Social Entrepreneurship«?

Der Begriff »Impact Investing« ist aus den ebengenannten Konferenzen hervorgegangen. Die genaue Definition lautet: »Impact Investing löst soziale oder ökologische Herausforderungen/Probleme unter gleichzeitiger Erzielung finanzieller Renditen […] Impact-Investoren wollen aktiv Kapital in Fonds und Unternehmen platzieren, welche die positive Kraft des Unternehmertums nutzen.« Das Konzept wurde seitdem brillant vermarktet. »Impact Finance« und »Social Finance« sind bisher weniger gebräuchliche Begriffe für dieselbe Idee. Ich würde an dieser Stelle auch »Social Entrepreneurship« ins Spiel bringen. In der Realwirtschaft geht es Social Entrepreneurs darum, die posit ive Kraft des Unternehmertums zu nutzen, um positive soziale und/ oder ökologische Wirkung zu erzielen. Wo so viel in Bewegung ist, ist gute Navigation gefragt.

Wie passt da »Impact Economy« hinein und was sind die wichtigsten Trends?

Holistisch, mit einem Blick für die sich verschiebenden tektonischen Platten. Die Impact Economy AG ist eine Beratungsfirma für nachhaltige Strategien und Finanzdienstleistungen mit positivem Impact – der Name ist also Programm. Matthew Bishop von der Zeitschrift The Economist stellte unser Herangehen letztes Jahr wie folgt dar: »Ich mag den Namen ›Impact Economy‹, weil ihr das große Ganze berücksichtigt, statt euch nur auf eine Kategorie oder eine Anlageklasse zu fokussieren. Impact Economy befasst sich mit der Gesamtstruktur unserer Wirtschaft.«

Warum Impact Economy?

Investitionen, die sowohl finanzielle als auch Wirkungsziele verfolgen, bilden nur einen Ausschnitt von dem ab, was gerade passiert. Um gute Investitionsentscheidungen zu treffen, müssen wir neben Transaktionen selbst aber auch Trends und den Gesamtzusammenhang genau anschauen. Wir leben in einer Zeit großen strukturellen Wandels. Ein wichtiger Treiber ist Transparenz. In Genf, wo ich wohne, haben zum Beispiel dieses Jahr die beiden größten Privatbanken am Finanzplatz, Pictet und Lombard Odier, gemeinsam erklärt, dass sie den Status einer unbeschränkt haftenden Partnerschaft aufgeben werden und sich als Kommanditgesellschaften strukturieren wollen. Da wird die Transparenz stark steigen. Gleichzeitig prangern Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace Bekleidungsfirmen an und sorgen so für neue Transparenz bezüglich eingesetzter Chemikalien und anderer Missstände. Immer mehr Konsumenten sind bereit, für ethisch und ökologisch hergestellte Produkte und Dienstleistungen eine Prämie zu zahlen; das ist heute allein in den USA eine 300-Milliarden-Dollar-Industrie. Investorenpräferenzen verändern sich ebenfalls – denken Sie an die zunehmenden Anfragen institutioneller Investoren an große Firmen hinsichtlich nachhaltigen Wirtschaftens. Nachhaltigkeit und Impact werden also zum Investitionskriterium und Wettbewerbsfaktor. Anfang des Jahres war ich z. B. am World CSR Day in Indien. Dort hat die indische Regierung neu beschlossen, dass alle größeren Unternehmen in Zukunft 2 Prozent ihrer Gewinne für CSR aufwenden müssen –geschätzte 5 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Ferner erleben wir eine Neudefinition von legitimem Gewinn und Sinnhaftigkeit. In den letzten Monaten sind wieder weitere Milliardäre dem Giving Pledge Kampagne beigetreten. Diese beinhaltet ein Versprechen, zu Lebzeiten mindestens 50 Prozent seines Vermögens zu spenden. Wir haben 2011 mit dem Impact Pledge eine komplementäre Initiative geschaffen, die sich mit dem Auf bau von Strukturen beschäftigt, die effizientes und effektives Geben ermöglichen, damit möglichst viel von den Ressourcen ankommt. Wir nennen das »Impact-Infrastruktur«. Der gemeinsame Nenner aller dieser Entwicklungen ist »Impact«: etwas Positives und Relevantes mit den eingesetzten Ressourcen zu erreichen. Wir bei Impact Economy setzen uns deshalb ein für die Art von Wirtschafts- und Institutionenlandschaft, die entstehen muss, damit wir aus diesen Trends Chancen schöpfen können, anstelle mit purem Compliance-Denken und QuasiNullwachstum auf der Stelle zu treten.

Sie haben soeben »Corporate Social Responsibility« (CSR) erwähnt. Ist das nicht nur Marketing?

Wir haben zu diesem Thema gerade eine Studie online veröffentlicht (»CSR’s New Deal: A Blueprint for Your First Hundred Days in the Sustainable Capitalism«). Darin geht es um die Zukunft von CSR. Die traditionelle CSR, getrieben vor allem durch die Einhaltung von Gesetzen und Regeln, kostet Geld und verbessert im Idealfall den Ruf der Unternehmung etwas. Das wird vorbei sein. Wichtig ist, Verantwortung und Chancen vernetzt zu denken. Es gibt vielversprechende Ansätze. Diese neue CSR – wir nennenes den »CSR’s New Deal« – ist viel ambitionierter als der bisherige Ansatz. Die CSR der Zukunft ist inmitten des Kerngeschäfts und bei den Innovationstreibern von Unternehmungen angesiedelt – und nicht mehr nur eine Nebenaktivität. So können Unternehmungen neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, zusätzliche Kundengruppen bedienen und neue Märkte erschließen. Damit wird der ökonomische Fortbestand der Unternehmung gesichert und positive soziale/ökonomische Wirkung erzielt. Das kann einen wichtigen Beitrag zu unserer Zukunftsfähigkeit leisten und ist mehr als heiße Luft.

An was arbeiten Sie im Moment?

Neben all den »ernsthaften« Aktivitäten wollen wir die Welt auch spielend verändern: Kern des Projekts ist es, einen replizierbaren Mechanismus zu entwickeln, um spendenabhängigen Top-Organisationen die Skalierung und Erweiterung ihrer Aktivitäten zu ermöglichen. Durch Ausgaben (echtes Geld) im Onlinespiel erhält die Organisation wichtige finanzielle Ressourcen: Die Spieler können einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten und lernen nebenbei spielerisch Probleme und deren Lösungen kennen. Gemeinsam mit der Organisation Riders for Health erarbeiten wir derzeit ein Spiel rund um Gesundheitsservices mit Motorrädern in Afrika. Ein Teil des online ausgegebenen Geldes – jede Woche werden immerhin 3 Milliarden Stunden mit Onlinespielen verbracht – soll so eine positive soziale/ökologische Wirkung entfalten.

Impact Economy SA

 

Berlin, Berlin – wir gründen in Berlin!

Dieser Artikel ist im newthinking Magazin ‚Open Everything‘ im Mai 2013 erschienen:

Viele gründen Start-ups in Berlin, viele Zaungäste stürzen sich darauf – aus unterschiedlichen Motiven und mit unterschiedlichen Absichten. Verhindert werden muss jedoch, dass kreatives Innovationspotenzial auf dem Weg einer Anpassung an klassische Venture-Capital-Strukturen auf der Strecke bleibt.

Worum geht es bei der Diskussion um den Start-up-Standort Berlin: Um die Stadt? Um die Community? Um den eigenen Geldbeutel? Was sind die relevanten Fragen? Züchten wir Unternehmenszombies für die vorhandenen Business-Strukturen heran? Bilden wir nicht sogar künstliche Ruinen? Prof. Dr. Kai Vöckler hat sich in seinem Buch Die Architektur der Abwesenheit. Über die Kunst, eine Ruine zu bauen mit der Kulturgeschichte der Chimäre auseinandergesetzt und kommentiert in einem Kurzgespräch:

In deinem Buch beschreibst du eine lange Tradition der nutzlosen Architektur, die allein zur Erbauung der Betrachter entwickelt wurde. Sie hat viel mit Zeitgeist und Weltbildern zu tun. Was hat es damit auf sich?

Du meinst die antikisierten künstlichen Ruinen, wie sie in den Landschaftsparks gebaut wurden. Ich würde diese nicht als nutzlos bezeichnen, denn sie dienen ja, wie du selbst sagst, der Erbauung – wie der Park auch. Ich würde sogar sagen, dass sie einen Erkenntnisgewinn versprechen, wenn man sich auf sie einlässt. Nicht nur erinnern sie an die Vergänglichkeit der Dinge und des Lebens, sondern können auch einen wichtige kulturelle Funktion haben, indem sie etwa einen Bezug zur Antike herstellen, auch wenn die Griechen und Römer nie in Kassel oder Dessau waren. Man kann das als Fake abtun, unterschätzt dann aber die wichtige sinnstiftende Wirkung solcher künstlich ruinierten Monumente.

Wie schätzt du eine neue Start-up-Kultur in Berlin und in Deutschland ein: Drohen hier, im übertragenen Sinne, nicht auch künstliche Ruinen?

Das liegt in der Natur der Sache. Nichts ist von Dauer, und manchmal stellt sich der Verfall schneller ein, als man möchte. Umso interessanter ist, dass einige Künstler und Architekten das unweigerliche Verschwinden ihrer Kunstwerke mitdenken und zum Thema machen. Das kann man von der Start-up-Kultur nun nicht erwarten, hier geht es ja um Kommerz und nicht um Kunst. Da ist jedes Scheitern natürlich unwillkommen. Künstler sehen das anders. Um Beckett zu zitieren: »Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.« [1]

Was hältst Du von einer Erweiterung der Begrifflichkeit Creative Entrepreneurship?

Den »Entrepreneur«, der sein Scheitern zum Thema macht, habe ich noch nicht kennengelernt. Der wäre wirklich etwas Neues.

Um zu scheitern, muss man erst einmal anfangen. Nur dann kann man auch verlieren. Für Berlin gilt es ja in diesen Tagen vor allem dazu zu gehören – zu dieser förderwürdigen Crowd von Gründern, die die Investoren überzeugen. Im internationalen Kontext gibt es hingegen keine Anzeichen, dass Berlin eine relevante Rolle spielt. Eine Liste des Benchmarking-Projekts Startup Genome [2] sieht erwartungsgemäß auf Platz 1 Silicon Valley, auf dem zweiten Rang folgt die israelische Metropole Tel Aviv. Auffallend viele US-amerikanische Regionen haben den Sprung in die Top Ten geschafft. Berlin landet auf Platz 15.

Die Relevanz der Berliner-Start-up-Szene steht in keinem Verhältnis zu ihrer Selbstwahrnehmung. Es scheint so, dass die Akteure den Standort sehr überschätzen und immer mehr weitere Marktteilnehmer auf diesen Zug aufspringen. Das macht aber noch keine einzige neue Firma, sondern vergrößert nur die Diskrepanz zwischen Realität und Fiktion. Aus diesem Grund ist es umso entscheidender, einige Eckpunkte zu beherzigen, möchte man sich erfolgreich und fördernd in der Gründerszene bewegen.

Anstelle der Interessen von Investoren sollte insbesondere der Unternehmergeist aufstrebender Akteure gestärkt werden. Ziel sollte es sein, offene IT- und Webwelten zu stützen und keine neuen Monopole errichten zu wollen, nur weil sie den größten Profit versprechen. Berlin muss sich als Standort für ein offenes Web wahrnehmen und positionieren, denn unsere aktuellen Möglichkeiten der Kreativität strahlen weit über den engen Start-up-Horizont hinaus. Berlin ist eine DIY-Capital! Musik und Kunst sind im besten Sinne Standortfaktoren. Daher sind die Verdrängungsprozesse durch hochfinanzierte Venture-Capital- und Start-up-Unternehmen als Bedrohung der Kreativen-Ursuppe Berlins zu verstehen und verhindern (lustigerweise) die wirtschaftliche Gesundung der Stadt, denn sie sind nicht unbedingt nachhaltig oder gar fair. »Die allermeisten Start-ups verschwinden wieder«, sagt Alexander Hülsing vom Gründerszeneportal deutsche-startups.de, denn, so fährt er fort: «Die Erfahrung des Scheiterns ist Teil der Kultur.« [3]

Etliche UnternehmerInnen geben auf, wenn ihre Ideen nicht den erhofften Erfolg erbringen. Und suchen sich einen neuen Arbeitsplatz als Angestellte. In den USA scheint das anders zu sein. Wenn ein Projekt scheitert, wird ein neues in Angriff genommen, und sollte es wieder nicht funktionieren, folgt ein weiterer Versuch. Hüsing macht klar: »Wir müssen daran in Deutschland arbeiten, dass Scheitern kein Makel mehr ist.« Laut einer Studie [4] des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) liegt das Durchschnittsalter von GründerInnen der IT-Branche in Deutschland bei 38 Jahren und ist damit relativ hoch. Da kann man auch sagen: Es ist noch nicht zu spät. Wichtig ist die nachhaltige Dimension des Gründens. Lieber viele kleine gesunde Unternehmen als wenige hochgezüchtete.

Das Steffi-Graf-Stadion im Berliner Grunewald (52°29’5”N 13°15’27”E) wurde 1996 erbaut und bietet Platz für über 7.000 BesucherInnen. Seit Jahren jedoch liegt es fast unbenutzt brach. Könnte es so auch der Berliner Start-up-Szene ergehen? Photo: Andrea Grützner

 

[1] Samuel Beckett: Worstward Ho, New York City 1983

[2] Joachim Hackmann in der Computerwoche vom 26.3.2013

computerwoche.de/a/wo-startups-am-besten-gedeihen,2529511

[3] Interview im Kölner Stadt-Anzeiger

ksta.de/wirtschaft/bitkom-muenchen-und-berlin-sind-startup-hauptstaedte,15187248,20801330.html

[4] bitkom.org/73980_73972.aspx

Kai Völcker kai.voeckler.de

Stress und veganes Sandwich

Heute am vergangenen Freitag hatte ich zum großen STRESS 1.0 Abend geladen. Seit einiger Zeit versuchen ich mich an einer neuen Kreation STRESS, ein, wie jemand so schön sagte, „Wodka-Redbull für Erwachsene“. STRESS ist ein Powerdrink der aus folgenden Bestandteilen zusammengesetzt ist:

2 cl Espresso

2 cl Wodka

Champagner

Für die Premiere haben wir Lavazza Espresso, Russian Standard Wodka und Charles Bach Champagner gewählt. Der Espresso wird in einem Cocktailglas über einige Eiswürfel gegossen, Wodka drauf und dann der Champagner.

Zum Abendessen gab es ein spezielles Hausrezept für Sandwiches. Noch aus meiner veganen Phase in den Neunzigern, also nicht die Zutaten sondern das Rezept. Die Zutaten sind:

Toast (kein Buttertoast)

Erdnussbutter

Süßer Senf

Räuchertofu

Zwiebeln

Erdnussbutter auf die eine Toastscheibe Erdnussbutter, auf die andere Seite süßer Senf, Räuchertofu in Scheiben schneiden und belegen, Zwiebeln würfeln und drauf. Eine immer noch sehr tolle Mischung. Das Rezept hatte ich auch im letzten Jahr bei „Durch die Woche mit“ auf FluxFM vorgestellt. Wie ich gehört habe, wurde das auch in diesem Jahr zur re:publica nochmal gesendet … ohne zu fragen ….

Sandwich-O-Töne: @elicee: „Voll Geil!“

STRESS Feedback für 1.1 Version:

„Weniger Kaffee“ & „Eigentlich sehr gut, aber etwas weniger Kaffee“. Konkrete Verbesserungsvorschläge waren ‚Dashes von Kahlua oder Cassis. Außerdem könnte statt Wodka Himbeer- oder Marillengeist verwendet werden.

Insgesamt gingen an diesem Abend sechs Flaschen Champagner und zwei Flaschen Wodka drauf. War eine schöne Party. Danke an alle BesucherInnen! STRESS 1.1 wird sicher lecker!

Burschenschaftler in da house

Gestern hatte ich einen skurilen Termin mit einer Delegation des Österreichische Cartellverband (ÖCV) bei uns im Büro.

Mehrere Dinge habe ich dabei gelernt:

  • Man sollte sich vorher genauer ansehen wen man denn so einlädt bzw. auf welche Gesprächsanfrage man sich einlässt
  • Es macht Spaß, Dinge wie Feminismus, Internationalität, Netzneutralität und Open Source einer von diesen Themen doch eher entfernten Zielgruppe zu kommunizieren
  • Es absolut Sinn macht, was Sascha Lobo sagt, im besten Beckenbauerschen Sinne „Geht’s raus und spielt’s Netzpolitik“

Die Debatte zum Thema re:publica war ganz interessant und das Interesse groß. Schaun wir mal ob auch die aufklärerischen Ansätze von mir sich irgendwie verfangen haben.

My making of re:publica 2013 – #rp13 – Part 1

Die Tage Anfang Mai 2013 werden immer mit einer Erfahrung verknüpft sein: re:publica13! Ich dokumentiere hier für mich den Ablauf meiner on-side Tätigkeiten für das Gelingen der Veranstaltung.

Gestartet ist das Ganze mit meiner ersten AirBnB-Vermietung meiner Wohnung, an Fabrice & seine Familie am Morgen des 02. Mai. Nach einem tollen TeBe-Besuch (trotz Niederlage) mit @sportwade und einem Abstecher auf das Myfest. Genauer gesagt erfolgte am Morgen des 02.05. nur die Wohnungsübergabe an meine vier französischen Gäste. Das lief schon mal gut!

Geprägt war der Tag durch den Auszug des #rp13-Teams aus dem republica GmbH Büro in der Schönhauser Allee in die Produktionsräume in der STATION. Viele warteten schon sehr darauf – jetzt geht es los! Allein die physische Verlagerung versprach schon mal: jetzt sind wir auf der Startrampe!

Eine Erfahrung die ich in den nächsten Tagen noch häufiger machen sollte war der Besuch in der Zentralkasse der Volksbank Berlin direkt gegenüber des Zoologischen Gartens. Meine erste Aufgabe am 03.05. war also, das Wechselgeld für die #rp13 zu besorgen. Wenn man das noch nicht gemacht hat, stellt sich das wirklich bizarre dar. Man kommt in das Gebäude und fährt mit einer Rolltreppe in den ersten Stock. Dort am Empfang wird man freundlich gebeten, mit dem Aufzug in das UG1 zu fahren, also in die Tiefgarage. Dort findet man dann, gut ausgeschildert die Zentralkasse, bei der man dann an einem Telefon anrufen kann. Die freundliche Stimme (aus der Kasse wie man später feststellt) weißt einen darauf hin, dass noch Leute vor einem daran seien, man dann aber bedient würde. Erst zu diesem Zeitpunkt nimmt man die weiteren wartenden Leute wahr, die ebenfalls drauf warten, dass sich eines der beiden metallenen Garagentoren in diesem Parkhaus öffnet und man an die Kasse gelangt. „Normalerweise“ hängen nicht so viele Leute einfach so in Tiefgaragen rum. Nach ca. 30 Minuten Wartezeit war ich dann auch an der Reihe und konnte die über 5.000,- EUR Wechselgeld abholen. Nicht so gut vorbereitet wie das Team in 2012, nämlich mit einem Rollkoffer, schulterte ich den Rucksack. Der Schmerz der Belastung ging direkt in die Mitte meines Rückens. Unter dem zwischen Mitleid und Verachtung switschenden Blicken des Kassierers machte ich mich dann auf den Weg wieder hoch ans Tageslicht und auf die Suche nach einem Taxi welches mich dann direkt in die STATION fuhr. Ich bin sehr froh, dass ich den gefühlt 60 Kilo Hartgeld getrotzt habe und zusammen mit Nico den Sack durch die Halle 3 in unser re:publica Produktionsbüro bringen konnte. Der #rp13-Aufbau war da schon in vollem Gange.

An diesem Freitag Nachmittag konnte ich mich dann, zusammen mit dem Team des WSLab on Creative Entrepreneurship, an die Vorbereitungen für den Workshop machen. Dieser startete dann am Samstag mit ca. 20 TeilnehmerInnen aus acht Ländern.

Die TeilnehmerInnen waren aufgefordert an zwei Tage eine auf den diy days in New York zwei Wochen zuvor erstelle design question zu diskutieren und Ideen dazu zu entwickeln. Bei diesem Kick-Off-Event in New York war ich auch in einem Hangout dabei.

Die design question lautete:

How could we enable and promote creative spaces to influence global action?

Ich bin sehr auf die Ergebnisse gespannt. Der Prozess wird im Herbst auf den Design Days in Amsterdam abgeschlossen und bildet somit einen spannenden und internationalen Ansatz der Kollaboration und Zusammenarbeit.

Doch zurück zum Freitag, den 03. Mai, an dem, ganz nebenbei, mein Oma ihren 93. Geburtstag gehabt hätte, wenn sie nicht vor einigen Jahren gestorben wäre. Am Abend hatte ich noch ein Treffen mit Christian Müller aus dem newthinking-Team zur mittelfristigen Planung von newthinking – denn mit unserem 10. Geburtstag im Juni 2013 wollen wir das eine oder andere verändern. Mal sehen was daraus wird.

Samstag, der 04. Mai war dann sowas wie der erste Kick-Off-Tag der re:publica 2013. Nicht nur das Treffen der Global Innovation Lounge hatte begonnen und der WSLab-Workshop, sondern der Aufbau nimmt immer konkretere Formen an. Das Helfermeeting mit über 150 Personen wurde durchgeführt. Wichtigster Punkt für mich war die Bauabnahme am Nachmittag. Dort mussten wir 90 Minuten durch alle Hallen laufen und die Brand- und Fluchtwegsicherheit mit der Feuerwehr und Leuten von Amt klären.

Mit wenigen Einschränkungen, die wir schnell ändern konnten, wurde uns die Bauabnahme erteilt. Ein wichtiger weiterer Schritt in Richtung #rp13 war getan. Am Abend war dann das erste cometogether im Golgatha angesetzt bei dem sich die Teilnehmer der GIZ, des WSLab und der newthinking netzwerklounge treffen konnten.

In der STATION ging der Aufbau bis spät am Abend weiter. Ruhig war es dann noch am frühen Sonntag, dem Tag vor dem Start der Veranstaltung. Das sollte sich natürlich im laufe des Tages ändern. Der zweite Teil des WSLab startete pünktlich um 10 Uhr und ich bin schon gespannt auf die Zusammenfassung der Ergebnisse.

Um 11.00 Uhr am 05.05.13 war dann das letzte Team/Technikmeeting.

Das ist dann jetzt das Ende von Teil eins meines My making of re:publica 2013. Der Rest folgt in den nächsten Tagen.